Immer mehr Lymphome in Industrieländern

FRANKFURT AM MAIN (ner). Die Zahl der Menschen mit bösartigen Erkrankungen des Lymphsystems steigt rasch - vor allem in den Industrienationen. Der Onkologe und Lymphomforscher Professor Volker Diehl aus Köln hat als Auslöser unter anderem Kosmetika und Nahrungszusätze im Verdacht.

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Auszuschließen ist das nach Angaben von Diehl nicht. Weltweit sei eine Zunahme der Inzidenz von Non-Hodgkin-Lymphomen in den vergangenen zwei Jahrzehnten um das Zwei- bis Dreifache zu verzeichnen, hieß es bei einer Veranstaltung von Hoffmann-La Roche in Frankfurt am Main. In Deutschland geht man derzeit von jährlich zehn bis 15 Neuerkrankten pro 100 000 Personen aus.

Auffällig sei, so Diehl, daß vor allem die Zahl der Patienten in den mittleren und höheren Altersgruppen mit niedrig-malignen Non-Hodgkin-Lymphomen zunehme. Sie sind besonders schwer zu diagnostizieren, weil sie sich langsam ausbreiten und zunächst kaum Symptome verursachen. Patienten mit der Erkrankung sind nicht heilbar. Die mediane Überlebensdauer nach Diagnose liegt bei 6 bis 10 Jahren.

Es gebe eine erhebliche Evidenz dafür, so der Onkologe, daß als Ursachen der steigenden Lymphom-Inzidenz unter anderem die Zunahme der schädlichen Umwelteinflüsse durch Pestizide, Haarsprays und Kosmetika sowie Konservierungsmittel und chemische Nahrungszusätze in Frage kommen.

Ein weiterer Grund sei die verspätete Auseinandersetzung des Immunsystems von Babys und Kleinkindern in der westlichen Welt mit der Umwelt. Sie würden geradezu steril aufgezogen, so Diehl. Wenn dann der Thymus, der große Bedeutung für die Entwicklung der zellvermittelten Immunität hat, sich später als gewöhnlich zurückbilde, reagiere das Immunsystem mit Allergien und Tumoren. Als Gegenbeispiel nannte Diehl das ärmste Land Europas - Albanien. Dort gebe es kaum Allergien oder Lymphome.

Weitere Informationen zu Lymphomen und zu onkologischen Erkrankungen unter http://www.lymphome.de

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