Ärzte Zeitung, 25.03.2004

Hämatologe erhält den diesjährigen Zimmermann-Preis

NEU-ISENBURG (grue). Der mit 10 000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis der Deutschen Hypothekenbank ging in diesem Jahr an den Hämatologen Privatdozent Wolf-Karsten Hofmann vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main.

Der Hämatologe analysiert bei erwachsenen Patienten mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) die Genexpression. Mit Oligonukleotid-Mikroarrays (Chips) kann ein genetisches Profil erstellt werden, das Rückschlüsse auf die individuelle Wirksamkeit von Medikamenten gegen Leukämie erlaubt.

Hofmanns Arbeitsgruppe konzentriert sich auf Untersuchungen mit dem Enzymhemmer Imatinib (Glivec®). Der Tyrosinkinase-Hemmer ist das erste Medikament, das gegen einen spezifischen Gendefekt bei Leukämie gerichtet ist. An der hohen Imatinib-Resistenzrate von über 40 Prozent bei ALL dürften deshalb Unterschiede in der Genexpression ursächlich beteiligt sein.

Tatsächlich ließen sich in retrospektiven Untersuchungen durch vergleichende Analyse von 95 Genen resistente von sensitiven Zellen unterscheiden. In einer prospektiven Studie mit jährlich 600 neuaufzunehmenden Patienten wird jetzt der Vorhersagewert solcher Gentests geprüft. In Zukunft soll ALL-Patienten mit Hilfe der Genexpression eine Genotyp-spezifische Krebstherapie angeboten werden, die sich durch verbesserte Wirksamkeit und Verträglichkeit auszeichnet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »