Ärzte Zeitung, 13.04.2004

Einmal in die Subkutis injiziertes Pegfilgrastim mobilisiert Stammzellen

Pegylierte Form ist einfach und angenehm anzuwenden

BARCELONA (nsi). Mit der pegylierten Form des humanen rekombinanten Granulozyten-Koloniestimulierenden Faktors (Pegfilgrastim) lassen sich Blutstammzellen für eine autologe Stammzelltransplantation mobilisieren. Im Gegensatz zu herkömmlichem, rekombinanten G-CSF (Filgrastim) muß die länger wirkende Form aber nur einmal subkutan injiziert werden.

Filgrastim wird für eine Mobilisierung von Stammzellen im Allgemeinen an fünf Tagen hintereinander unter die Haut gespritzt. Pegfilgrastim ist daher für Patienten und Ärzte einfacher und angenehmer in der Anwendung. Diese Schlüsse legen erste Ergebnisse von Studien zur Äquivalenz von Filgrastim (Neupogen®) und Pegfilgrastim (Neulasta®) bei der Mobilisierung von Stammzellen nahe. Die Daten hat Professor Nigel Russell vom Nottingham City Hospital im britischen Nottingham bei einem Kongreß über Blutzell- und Knochenmarktransplantation in Barcelona vorgestellt.

Bei fünf Patienten mit hämatologischen Malignomen ist erprobt worden, ob sich mit Pegfilgrastim ähnlich gut effektiv wie mit Filgrastim Stammzellen aus dem Knochenmark ins periphere Blut locken lassen. Drei Probanden hatten ein Multiples Myelom, einer ein Non-Hodgkin-Lymphom und einer eine akute myeloische Leukämie. Bei allen Patienten war eine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation geplant.

Die Mobilisierung erfolgte mit Cyclophosphamid (2,5 g/m2) gefolgt von einer Injektion von Pegfilgrastim (6 Milligramm) einen Tag später. Nach der ersten Leukapherese erhielten die Patienten ein Mal Filgrastim (10 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht), berichtete Russell auf der von dem Unternehmen Amgen unterstützten Veranstaltung.

Bei allen Patienten ließen sich in maximal zwei Leukapheresen ausreichende Mengen an Stammzellen aus dem peripheren Blut gewinnen.

In einer anderen Studie mit zehn Myelom-Patienten wurde das Therapieschema für die Mobilisierung etwas abgewandelt: An zwei aufeinanderfolgenden Tagen erhielten die Kranken Cyclophosphamid und am fünften Tag einmal Pegfilgrastim (12 mg). Bei neun von ihnen konnten schon in einer Leukapherese ausreichend Zellen gewonnen werden, bei einem Patienten war eine zweite Leukapherese notwendig. Sechs Patienten wurden anschließend erfolgreich weiterbehandelt.

Nach ersten Untersuchungen ließen sich auch bei Krebskranken im Alter über 60 Jahre Stammzellen mit der Einmalapplikation von Pegfilgrastim gut mobilisieren, so Russell. In einer größeren, doppelblinden Phase-II-Studie werde jetzt der Effekt von zwei verschiedenen Dosen Pegfilgrastim untersucht und mit dem von Filgrastim verglichen.

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