Forschung und Praxis, 30.07.2004

Rituximab bewährt sich bei B-Zell-Lymphom

Erhalten Patienten mit großzelligem, diffusem B-Zell-Lymphom (DLBCL) zusätzlich zur Chemotherapie den monoklonalen Antikörper Rituximab (MabThera®), überleben sie signifikant länger ohne Krankheitszeichen (Vollremission). Zudem werden höhere Remissions- und niedrigere Progressionsraten erzielt.

Dies war bislang für ältere Patienten belegt und ist nun auch in einer Studie bei unter 65jährigen nachgewiesen. Die Ergebnisse hat Professor Michael Pfreundschuh von der Universität Homburg / Saar beim ASCO vorgestellt.

An der MInT-Studie (Mabthera International Trial) haben 824 Patienten (18 bis 60 Jahre) mit DLBCL teilgenommen. Sie erhielten randomisiert sechs Zyklen einer CHOP-ähnlichen (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin plus Prednison) Chemotherapie mit (R+) oder ohne (R-) Rituximab (375 mg / m2). Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Therapieversagen (keine Vollremission, Tumorprogression, Tumorrezidiv oder Tod).

Positive Ergebnisse führten zum vorzeitigen Studienabbruch

Geplant war eine Studiendauer von drei Jahren. Aufgrund der positiven Ergebnisse, die eine Zwischenanalyse der Daten von 324 Patienten nach 24 Monaten ergeben hat, wurde die Studie jedoch vorzeitig beendet.

Nach zwei Jahren lebten noch 81 Prozent in der R+-Gruppe ohne Krankheitszeichen, in der R--Gruppe nur 58 Prozent - ein hochsignifikanter Unterschied. Die meisten dieser Patienten können mit hoher Wahrscheinlichkeit als geheilt gelten. Auch das Gesamtüberleben war mit Rituximab deutlich länger (95 vs. 85 Prozent). Zudem wurden in der R+-Gruppe höhere Remissions- und geringere Progressionsraten erreicht. Die Verträglichkeit beider Therapien war ähnlich gut.

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen, allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 12 500 Menschen. Unter den aggressiven NHL ist das großzellige, diffuse B-Zell-Lymphom (DLBCL) das häufigste. Ohne Therapie sterben die Betroffenen innerhalb weniger Monate. (eb)

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