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Leukämie

Immuntherapie im Test erfolgreich

Eine europaweite Studie belegt die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer neuen Immuntherapie bei Patienten mit lymphatischer Leukämie (ALL).

Veröffentlicht:

FRANKFURT AM MAIN.Viele Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) haben nach erfolgreicher Ersttherapie noch eine minimale Resterkrankung (MRD; minimal residual disease).

Dabei handelt es sich um Leukämiezellen, die mit konventioneller Mikroskopie nicht nachweisbar sind, sondern sich nur mit molekulargenetischen Verfahren überhaupt erkennen lassen.

ALL-Patienten mit MRD haben ein erhöhtes Rückfallrisiko und sprechen häufig nicht auf die Fortsetzung der konventionellen Chemotherapie an.

Eine europaweite Studie unter zentraler Beteiligung des Uniklinikums Frankfurt habe jetzt ergeben, dass eine neue Immuntherapie mit Blinatumomab sehr erfolgreich gegen diese Resterkrankung vorgeht, teilt das Uniklinikum mit.

Der bispezifische Antikörper richte sich sowohl gegen CD19-Proteine auf der Oberfläche der Leukämiezellen als auch gegen CD3-Proteine auf der Oberfläche körpereigener T-Zellen.

Er bewirke, dass die Immunzellen sehr eng an die Leukämiezellen herangebracht und dort aktiviert werden. Auf diese Weise vermehrten sich die T-Zellen und zerstörten seriell die Leukämiezellen, erläutert das Uniklinikum in der Mitteilung.

Da es sich um einen Wirkmechanismus handele, der die körpereigene Immunabwehr mobilisiert, sei er auch bei Leukämiezellen wirksam, die resistent gegen Chemotherapie sind.

In der nun vorgelegten, vom Unternehmen Amgen unterstützten Studie wurde Blinatumomab bei MRD-Patienten eingesetzt, bevor es zu einem offenen Rückfall kam.

Dahinter stecke die Überlegung, dass in dieser Situation das Nebenwirkungsrisiko geringer, vor allem aber die Chance auf ein Therapieansprechen und eine Langzeitwirkung höher sein könnten, informiert das Uniklinikum Frankfurt.

In der Studie erhielten 116 Patienten mindestens einen Zyklus einer 28-tägigen Dauerinfusion mit Blinatumomab. Danach konnten bis zu drei weitere Zyklen verabreicht oder die Patienten einer Stammzelltransplantation zugeführt werden.

Bei 78 Prozent der 113 Patienten mit evaluierbaren Daten sei es zum kompletten Verschwinden der minimalen Resterkrankung gekommen. In 98 Prozent der Fälle sei dieses Ansprechen bereits im ersten Zyklus erreicht worden.

In weiteren Analysen nach längerer Beobachtungszeit werde geklärt, ob dies zu einem besseren Überleben der Patienten beiträgt. (eb)

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