Erneuter Beweis: Eradikation von H. pylori schützt vor Magenkrebs

HOKKAIDO (ikr). Die Eradikation von Helicobacter pylori kann bei mit diesem Keim infizierten Patienten Magenkrebs vorbeugen. Einen erneuten Beweis dafür haben japanische Forscher mit einer Studie geliefert, in der sie mehr als 500 Patienten mit einem Magenfrühkarzinom behandelt haben.

Veröffentlicht:
Infektionen mit dem Keim Helicobacter pylori erhöhen das Risiko für Magenkrebs.

Infektionen mit dem Keim Helicobacter pylori erhöhen das Risiko für Magenkrebs.

© Foto: Abbott / Altana

Bei den Patienten - überwiegend Männer - war entweder die Erstdiagnose mit bevorstehender endoskopischer Resektion gestellt, oder sie befanden sich in der Verlaufskontrolle nach endoskopischer Resektion. 272 der insgesamt 544 H.-pylori-infizierten Patienten mit Magenfrühkarzinom erhielten eine Eradikationsbehandlung, und zwar eine Woche lang jeweils zweimal täglich 30 mg Lansoprazol, 750 mg Amoxicillin und 200 mg Clarithromycin (Lancet 372, 2008, 392). Die 272 Patienten aus der Kontrollgruppe bekamen die Standardtherapie, aber keine Antibiotika.

Die Patienten wurden 36 Monate lang nachbeobachtet. Primärer Endpunkt der Studie waren metachrone Magenkarzinome, also an einer anderen Stelle des Magens neu entstandene Malignome.

Die Bilanz nach drei Jahren: Bei neun Patienten der Eradikations-Gruppe und bei 24 Patienten aus der Kontrollgruppe hatte sich erneut ein Magenkarzinom entwickelt. In der Verumgruppe war das Risiko dafür um etwa 65 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe, berichten die Forscher um Dr. Masahiro Asaka von der Universität in Hokkaido. Das Risiko für ein erneutes Magenkarzinom sei in der Studie von etwa 4000 pro 100 000 H.-pylori-Infizierten pro Jahr auf 1400 pro 100 000 Infizierte reduziert worden, haben sie errechnet.

Die Eradikationsbehandlung wurde insgesamt gut vertragen. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Diarrhoen bei 19 Patienten und weiche Stühle bei 32 Patienten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

S2e-Leitlinie aktualisiert

Auto fahren mit Diabetes: Auf diese Punkte sollten Ärzte hinweisen

Lesetipps
Pipetten mit Flüssigkeiten im Labor.

© Alican/stock.adobe.com

Hoffnung durch KI & Co?

Drei neue Strategien gegen Pankreaskrebs

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Die Pressekonferenz zum DKK 2026 mit zahlreichen Menschen auf dem Podium.

© Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Blick in den Darm mit einem Krebsgeschwür.

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe