Ärzte Zeitung, 18.03.2004

Taxan wöchentlich ist eine besonders wirksame Therapie

BERLIN (grue). Taxane sind zum festen Bestandteil der Therapie von Frauen mit Brustkrebs geworden. Dabei ist die Medikation in wöchentlichen Abständen offenbar wirksamer und verträglicher als eine Therapie alle drei Wochen.

Die wöchentliche Therapie zum Beispiel mit Paclitaxel (Taxol®) kann bei der adjuvanten und neoadjuvanten Brustkrebstherapie gemacht werden. Dies gilt für die palliative Therapie allein oder in Kombination mit anderen Zytostatika oder mit dem Antikörper Trastazumab. Darauf hat Professor Christian Jackisch vom Uniklinikum Marburg auf einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb in Berlin hingewiesen.

Wöchentliche Therapien mit Paclitaxel oder Docetaxel werden derzeit auch vergleichend im Anschluß an eine adjuvante Therapie mit Anthrazyklinen und Cyclophosphamid geprüft (ECOG 1999-Studie). Die Patienten erhalten jeweils das etablierte Drei-Wochen-Therapieregime.

Gute Erfahrungen gibt es bei Frauen mit operablem Brustkrebs mit der zusätzlichen Behandlung durch eine dosisdichte neoadjuvante Paclitaxel-Therapie - also geringere Dosen in kürzeren Zeitabständen - für drei Monate. Damit verdoppelte sich die Zahl der kompletten Remissionen im Vergleich zur üblichen Therapie alle drei Wochen.

Durch die dosisdichte Therapie wird die absolute Dosis pro Zyklus erhöht. Das Taxan wirkt stärker. "Wir erreichen durch die häufige Taxan-Exposition mehr Tumorzellen in der Wachstumsphase", sagte Jackisch. Bei wöchentlicher Behandlung sterben daher auch mehr Tumorzellen. Dies mindere die Verträglichkeit aber nicht. Die Knochenmarktoxizität sei wegen der relativ niedrigen Einzeldosen sogar seltener. Folglich sei der therapeutische Index - berechnet aus dem Verhältnis von Remission zu Toxizität - bei der dosisdichten Therapie besonders hoch. Davon profitieren auch ältere Frauen mit metastasiertem Mamma-Ca, die zuvor meist schon Anthrazykline und Taxane erhalten haben. Bei ihnen war Paclitaxel über 16 Wochen ähnlich wirksam wie bei jüngeren Frauen. Es wurden hohe Ansprechraten für bis zu zehn Monate erreicht.

Wegen der guten Verträglichkeit könne die Therapie ambulant und ohne Therapiepausen gemacht werden, so Jackisch. Damit seien Taxane eine wichtige Therapie-Option für Frauen mit Brustkrebs und hohem Rezidivrisiko, unabhängig von Alter und Vorbehandlung.

Weitere Infos zum Brustkrebs unter www.aerztezeitung.de

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