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Bisher höchste Genauigkeit bei Brustkrebs-Prognose

WIEN (gvg). Ein Drittel bis zur Hälfte aller Frauen, die wegen Brustkrebs operiert werden, entwickelt im Krankheitsverlauf Fernmetastasen. Eine neue Gen-Analyse, die auf dem Europäischen Onkologenkongreß in Wien vorgestellt wurde, ermöglicht es, Patientinnen mit guter Prognose mit hoher Sicherheit zu identifizieren.

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Bei der Genexpressionsanalyse wird reseziertes Tumorgewebe mit Genchips untersucht, die bestimmte, für den jeweiligen Tumor typische Gene enthalten. An dem analysierten Expressionsmuster ist erkennbar, welche Gene aktiv sind. Ärzte um Dr. Jan Klijn von der Erasmus Universität in Rotterdam verwenden für diese Gensignatur insgesamt 76 Gene, die auf einen Genchip des Unternehmens Affymetrix aufgebracht sind.

"Wir haben die Vorhersagekraft unserer Gensignatur bei 171 Patientinnen mit Brustkrebs ohne Lymphknotenmetastasen überprüft", so Klijn in Wien. Es stellte sich heraus, daß das gewählte 76-Gen-Profil im Zusammenhang mit dem metastasenfreien Überleben eine bisher nicht erreichte Vorhersagekraft hat.

Bezogen auf die Gesamtgruppe konnten die Patientinnen, die ein günstiges Genprofil hatten, zu über 90 Prozent sicher sein, keine Metastasen zu entwickeln. "Umgekehrt heißt das, daß Patientinnen mit einem Tumor mit ungünstigem Genprofil ein knapp sechsfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Metastasen haben", wie Klijn in Wien erläuterte. Noch ausgeprägter war die Vorhersagekraft des Tests bei Frauen mit kleinen Primärtumoren, wo ein ungünstiges Genprofil ein 14fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Metastasen bedeutete.

Bereits vor zwei Jahren hatten Ärzte aus Amsterdam Aufsehen mit einer anderen Gensignatur für Frauen mit Brustkrebs erregt. Der Gruppe waren jedoch methodische Fehler unterlaufen, die die Rotterdamer jetzt in ihrer Studie vermieden haben.

Mittelfristig hält Klijn die Genexpressions-Analyse für klinisch sehr relevant. Sollte sich in der jetzt geplanten größeren Studie bestätigen, daß Frauen mit einem Tumor mit günstigem Genprofil zu nahezu 100 Prozent metastasenfrei bleiben, dann könne bei etwa 30 bis 40 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs ohne Befall der Lymphknoten guten Gewissens auf eine adjuvante Chemotherapie verzichtet werden, berichtete Klijn.

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