Ärzte Zeitung, 14.12.2004

Überlebensvorteil durch Therapie mit Anthrazyklinen

Brustkrebs: Therapieeffekt ist unabhängig vom Nodalstatus

FREIBURG (awa). Anthrazykline sind wesentlicher Bestandteil der adjuvanten Chemotherapie bei Brustkrebs. Dabei sind adäquat dosierte Anthrazyklin-haltige Dreierkombinationen, etwa mit Epirubicin, Kombinationen ohne Anthrazyklin signifikant überlegen, was die Überlebensrate betrifft.

Auch bei Lymphknoten-negativen Patientinnen, die ein hohes Rezidivrisiko haben, erhöht eine solche Chemotherapie signifikant die Überlebensrate. Darauf wies Professor Nadia Harbeck aus München auf dem Senologiekongreß in Freiburg hin.

Sie verwies auf eine Metaanalyse, die für Anthrazyklin-haltige Dreierkombinationen im Vergleich zum CMF (Cyclophosphamid, Methotrexat, 5-Fluorouracil)-Schema unabhängig vom Nodalstatus einen signifikanten Überlebensvorteil belegte: Nach zehn Jahren betrug der Unterschied beim Gesamtüberleben absolut 4,6 Prozent.

Wichtig sei eine adäquate Dosierung, die für Epirubicin (Farmorubicin®) bei 30 mg/m2 Körperoberfläche pro Woche liege, sagte Harbeck auf einer Veranstaltung von Pfizer. Das Langzeitrisiko für kardiologische Toxizität sei mit 1,4 Prozent vertretbar.

Etwa 70 Prozent der Patientinnen ohne Lymphknotenbefall und Fernmetastasen würden allerdings durch Operation und Strahlentherapie allein geheilt. Derzeit erhalten aber die meisten dieser Frauen aus Vorsichtsgründen zusätzlich eine Chemotherapie.

Um Betroffenen künftig diese ersparen zu können, gelte es nun, diejenigen Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko zu identifizieren und zu behandeln, sagte Harbeck. Außer den klassischen klinisch-pathologischen Risikofaktoren Alter, Tumorgröße, Differenzierungsgrad und Hormonrezeptorstatus, nehme dabei die Bedeutung der tumorbiologischen Marker uPa (Urokinase-type Plasminogen Activator) und PAI-1 (Plasminogen Activator Inhibitor Typ 1) zu. Hohe Werte dieser Biomarker bedeuten ein hohes Rezidivrisiko.

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