Ärzte Zeitung, 22.12.2004

Umstellung auf Exemestan bringt Vorteile

Bei Frauen mit Brustkrebs, die adjuvant mit Tamoxifen behandelt werden, ist die krankheitsfreie Überlebensrate höher, wenn sie nach zwei bis drei Jahren auf Exemestan umgestellt werden und nicht fünf Jahre Tamoxifen erhalten. Das belegt die IES (Intergroup Exemestane Study)-Studie .

An der Studie nahmen 4742 Frauen in der Postmenopause teil, die wegen eines Mamma-Ca bereits zwei bis drei Jahre adjuvant mit Tamoxifen behandelt worden und rezidivfrei waren (NEJM 350, 2004, 1081).

2362 Frauen wurden für zwei bis drei Jahre auf 25 mg/d Exemestan (in Deutschland als Aromasin® erhältlich) umgestellt, 2380 Frauen nahmen weiterhin 20 mg des Antiöstrogens ein. Primärer Endpunkt war die krankheitsfreie Überlebensrate.

Nach etwa 31 Monaten gab es insgesamt 449 Ereignisse wie Lokalrezidive, Fernmetastasen, Brustkrebs in der anderen Brust oder Tod. In der Exemestan-Gruppe wurden 183 Ereignisse dieser Art registriert, in der Tamoxifen-Gruppe hingegen 266. Das bedeutet eine signifikante relative Reduktion der Ereignisrate um 32 Prozent mit dem Aromatasehemmer.

Die Gesamtüberlebensrate unterschied sich nicht signifikant. Mit dem Aromatasehemmer gab es mehr Arthralgien und Diarrhoen als mit Tamoxifen. Mit dem Antiöstrogen gab es hingegen häufiger Vaginalblutungen, Muskelkrämpfe und thromboembolische Ereignisse.

Exemestan ist in Deutschland bisher zur Behandlung von Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs nach Progression unter einer Antiöstrogentherapie zugelassen. (ikr)

Lesen Sie dazu auch:
Therapie bei Brustkrebs wandelt sich

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