Ärzte Zeitung, 22.12.2004

Letrozol nach Tamoxifen sinnvoll

Ist der Hormon-Rezeptorstatus bei Frauen in der Postmenopause mit lokalisiertem Brustkrebs positiv, profitieren diese von einer adjuvanten Therapie mit Tamoxifen für fünf Jahre. Danach überwiegen die unerwünschten Wirkungen von Tamoxifen die Vorteile. Als günstig hat sich jetzt eine Weiterbehandlung mit Letrozol erwiesen.

Das belegt eine Studie (MA-17 trial) mit 5157 Frauen in der Postmenopause, die zuvor wegen Brustkrebs adjuvant etwa fünf Jahre Tamoxifen eingenommen hatten und bei denen kein Rezidiv aufgetreten war. Die Frauen erhielten dann entweder 2,5 mg pro Tag Letrozol (in Deutschland als Femara® erhältlich) oder Placebo. Primärer Endpunkt war ein Tumorrezidiv innerhalb von vier Jahren.

Die Studie wurde bereits nach im Mittel 2,4 Jahren entblindet (NEJM-Online 349/19, 2003). Der Grund: Es hatte sich ein klarer Vorteil für Letrozol im Vergleich zu Placebo gezeigt. In der Placebo-Gruppe mit 2582 Frauen wurden 132 Ereignisse (Fernmetastasen, Lokalrezidive und kontralaterale Mamma-Karzinome) diagnostiziert. In der Verum-Gruppe mit 2575 Frauen gab es 75 Ereignisse. Im Vergleich zu Placebo war die Rezidivrate mit Letrozol signifikant um relative 43 Prozent geringer.

Letrozol ist in Deutschland derzeit zur Behandlung von Frauen mit hormonabhängigem, fortgeschrittenem Mamma-Karzinom in der Postmenopause zugelassen; außerdem bei Frauen in der Postmenopause mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium, bei denen sich ein Rezidiv entwickelt hat oder es zur Progression gekommen ist, sofern sie bereits mit einem Antiöstrogen behandelt worden sind. (ikr)

Lesen Sie dazu auch:
Therapie bei Brustkrebs wandelt sich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »