Gute Noten für Östrogenrezeptor-Antagonist bei Brustkrebs

DRESDEN (awa). Der Östrogenrezeptor-Antagonist Fulvestrant ist bei der Behandlung von Frauen nach der Menopause mit fortgeschrittenem, Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs mindestens so wirksam wie der Aromatasehemmer Anastrozol. In der Zweitlinien-Therapie sprechen die Patientinnen im Median jeweils nach drei Monaten Behandlung an.

Veröffentlicht:

Fulvestrant (Faslodex®) ist seit fast zwei Jahren zur Behandlung von Frauen in der Postmenopause bei folgenden Indikationen zugelassen: Zur Therapie bei Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs bei einem Rezidiv unter oder nach adjuvanter Anti-Östrogentherapie und bei Fortschreiten der Erkrankung unter endokriner Therapie.

Grundlage der Zulassung des Medikaments waren die Ergebnisse zweier Phase-III-Studien. In ihnen wurden insgesamt 350 Patientinnen nach Versagen einer Tamoxifen-Behandlung mit Fulvestrant oder Anastrozol (Arimidex®) behandelt. Daran erinnerte Privatdozentin Diana Lüftner aus Berlin.

In den Studien sprachen 19,2 Prozent der Frauen im Fulvestrant-Arm und 16,5 Prozent im Anastrozol-Arm mit kompletter oder partieller Remission an. Und: Die Zeit bis zur Progression war mit Fulvestrant etwas länger als mit Anastrozol.

Auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium in den USA ist eine neue Analyse dieser beiden Studien vorgestellt worden. Hierbei wurde retrospektiv untersucht, ob sich die unterschiedliche Pharmakokinetik der beiden Substanzen auf die Zeit bis zum Wirkeintritt am Tumor auswirkt, wie Lüftner auf einer Veranstaltung des Unternehmens AstraZeneca in Dresden berichtet hat.

Fulvestrant wird einmal im Monat intramuskulär injiziert und das Steady-State nach drei bis sechs Monaten erreicht. Anastrozol wird dagegen täglich als Tablette eingenommen. Erreicht wird das Steady-State in ein paar Tagen.

Die Zeit bis zur Wirkung am Tumor betrug trotz unterschiedlicher Pharmakokinetik unter Fulvestrant sowie auch unter Anastrozol im Median drei Monate. Lüftner wies darauf hin, daß eine erfolgreiche endokrine Therapie den Einsatz einer Chemotherapie bei guter Lebensqualität hinauszögern kann.

Auch aufgrund dieser neuen Studienergebnisse sollte eine endokrine Therapie in der palliativen Behandlung mindestens drei Monate lang fortgesetzt werden, bevor sie als nicht ausreichend wirksam eingestuft und deshalb abgebrochen wird. Häufig werde bereits nach zwei Monaten die Therapie bewertet und damit die Chance eines späten Wirkeintritts am Tumor verpaßt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Update der Phase-III-Studie INAVO120

Kinasehemmer verlängert Leben bei PIK3CA-Brusttumoren um ein Drittel

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert