Ärzte Zeitung, 30.03.2007

Neue Option für die Therapie bei Brustkrebs

ST. GALLEN (grue). Der Tyrosinkinase-Hemmer Lapatinib wird jetzt als adjuvante Therapie bei Frauen nach einer Brustkrebs-Op geprüft. Studien bei metastasiertem Brustkrebs sind bereits mit gutem Ergebnis verlaufen.

Lapatinib (Tykerb®) ist eine neue Therapie-Option für Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom, wie Professor Edith Perez aus Jacksonville/USA bei der Internationalen Brustkrebs-Konferenz in St. Gallen gesagt hat. "Bei fortgeschrittenen Mamma-Tumoren kann der Wirkstoff in Kombination mit Capecitabin die krankheitsfreie Zeit signifikant verlängern."

Darauf wies die Onkologin auf einem Symposium von GlaxoSmithKline hin. Diese Kombination ist in den USA zur Therapie bei fortgeschrittenem, HER2-positivem Brustkrebs zugelassen. Die EU-Zulassung für diese Indikation wird jetzt im Sommer erwartet.

Studiendaten gibt es bald auch für die adjuvante Brustkrebstherapie. An TEACH (Tykerb Evaluation After Chemotherapy), einer Phase-III-Studie, nehmen 3000 Frauen mit Brustkrebs teil. Sie erhalten nach Entfernung eines HER2-positiven Mammakarzinoms einmal täglich eine Tablette mit 1500 mg Lapatinib oder Placebo.

Die Studiendauer beträgt maximal ein Jahr. Primärer Endpunkt ist das krankheitsfreie Überleben. Auch die Sicherheit wird geprüft, etwa die kardiologische Toxizität. Grund dafür sind nach Angaben von Perez Hinweise auf eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität bei Trastuzumab, einem ebenfalls gegen HER2 gerichteten Antikörper.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »