Ärzte Zeitung, 19.09.2007

Plädoyer für Früherkennung

Keine Alternative zum Mammografie-Screening / Stellungnahme der KBV

BERLIN (ami). In der Diskussion um die Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland bezieht die KBV eindeutig Stellung für das laufende Mammografie-Screening. In Nordrhein-Westfalen etwa wurde die Zahl brusterhaltender Operationen deutlich gesteigert.

Arzt wertet Mammografie-Bilder aus. In der Debatte um Früherkennung warnt die KBV vor Verunsicherung. Foto: cben

Das Screening ist in Deutschland noch nicht flächendeckend eingeführt. Bislang sind 73 von 94 geplanten Einheiten gestartet. Dennoch ist bereits eine gute Brustkrebs-Entdeckungsrate erreicht.

Nach Angaben des Beiratsvorsitzenden der Kooperationsgemeinschaft Mammografie-Screening Dr. Wolfgang Aubke wurden in Nordrhein-Westfalen im ersten Screening-Jahr knapp 800 Karzinome mit Heilungsaussichten von 70 bis 95 Prozent bei 275 000 untersuchten Frauen entdeckt. Ob das Screening die angestrebte Senkung der Brustkrebssterblichkeit erreicht, lässt sich jedoch erst nach rund zehn Jahren sagen. Dazu muss auch die Teilnahmequote noch steigen. Bislang haben 740 000 von 1,2 Millionen eingeladenen Frauen das Screening genutzt.

"Im Sinne einer flächendeckenden Versorgung gibt es derzeit keine Alternative zum Mammografie-Screening", sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler in Berlin. Die aktuelle wissenschaftliche Diskussion sei wichtig, aber auch von Sektoren-Interessen geprägt. "Sie darf nicht dazu führen, dass Frauen verunsichert werden", so Köhler.

Selbst die meisten Kritiker würden bescheinigen, dass Mammografie als Basisuntersuchung unverzichtbar sei. Für einen Reihentest sei die rund zehnmal so teure Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) ebenso ungeeignet wie Ultraschall. Köhler wies zudem auf die Qualitätssicherung für das Screening-Programm hin.

Ärzte, die an dem Programm teilnehmen, müssen mindestens 5000 Mammografien pro Jahr nachweisen und werden anhand von Fallsammlungen geprüft.

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