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Chemo auch bei Schwangeren mit Krebs

BERLIN (gvg). Für Schwangere mit Brustkrebs ist eine Therapie entsprechend den Leitlinien für nicht-schwangere Frauen ratsam. Denn eine Untersuchung der Breast International Group (BIG) hat ergeben: Das Risiko für das Ungeborene ist überschaubar.

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Schwangere mit Brustkrebs brauchen eine besonders intensive Beratung.

Schwangere mit Brustkrebs brauchen eine besonders intensive Beratung.

© Foto: DAK / Wigger

Etwa ein bis drei Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs sind zum Diagnose-Zeitpunkt schwanger. Die europäische BIG hat beim Brustkrebskongress EBCC in Berlin eine Auswertung der Daten von 141 schwangeren Patientinnen vorgestellt, die zeigt, wie sich Chemotherapien auf die Neugeborenen auswirken.

"Insgesamt scheint eine systemische Chemotherapie nach der zwölften Schwangerschaftswoche die Kinder nur wenig zusätzlich zu beeinträchtigen", sagte Privatdozentin Sibylle Loibl von der Uni Frankfurt am Main. Das Geburtsgewicht der Kinder in der Studie lag bei systemischer Chemotherapie in der Schwangerschaft im Mittel bei 2940 Gramm - fast genauso so hoch wie bei Frauen mit Brustkrebs ohne Chemo. Auch beim Geburtszeitpunkt und dem APGAR-Score der Neonatologie gab es keine Unterschiede zwischen Kindern von systemisch therapierten und nicht systemisch therapierten Frauen.

Generell gelte, dass eine Schwangerschaft kein Grund gegen die optimale Therapie sein dürfe, betonte auch Professor Emiel Rutgers, Vorsitzender des EBCC. Zwar seien Hormontherapien, Trastuzumab und Radiatio während der Schwangerschaft nicht möglich: "Diese Therapien können aber problemlos sofort nach der Entbindung starten, wenn alle beteiligten Ärzte eng kooperieren", so Rutgers.

Bei der Auswahl des Chemotherapie-Protokolls empfehlen Onkologen derzeit Anthrazyklin-basierte Therapien, weil damit die meiste Erfahrung vorliegt. "Bei den Taxanen gibt es noch nicht genug Daten, aber es sieht so aus, als ob das in Zukunft möglich sein wird", so Loibl. Idealerweise sollte die Entbindung nicht innerhalb von zehn Tagen nach Ende eines Chemotherapie-Zyklus erfolgen, weil die Kinder dann - wie die Mütter - weniger Leukos und somit ein höheres Infektionsrisiko haben.

Mehr Infos im Internet unter www.aerztezeitung.de - suchen mit "Brustkrebs"

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