Ärzte Zeitung, 21.07.2009

Ist Disease-Management wirklich erfolgreich?

Frankfurter Wissenschaftler wollen Nutzen der Programme für chronisch Kranke erforschen

FRANKFURT/MAIN (ine). Wissenschaftler aus Frankfurt/Main untersuchen derzeit den Nutzen von Disease-Management-Programmen. Ziel ist, herauszufinden, ob chronisch Kranke damit besser versorgt werden können.

Die Mitarbeiter des Institutes für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität arbeiten dabei mit Forschern in Großbritannien, Niederlanden, Spanien, Österreich, Frankfurt und Dänemark zusammen. "Dismeval" heißt das EU-Projekt. Es steht für "Developing and validating disease management evaluation methods for European health care systems". Die Europäische Kommission fördert das Vorhaben mit insgesamt 2,65 Millionen Euro. Das Projekt ist auf 36 Monate angelegt.

In drei Schritten sollen DMP evaluiert werden: Zunächst wird eine Übersicht erarbeitet, die den Einsatz der Programme und Evaluationsmethoden in den einzelnen Ländern enthält. Dann werden möglichst praktikable und valide statistische Modelle für eine Evaluation ausgewählt und die Daten ausgewertet. Die Auswertung der DMP-Datensätze aus Deutschland erfolgt in Kooperation mit dem Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (Aqua) in Göttingen.

Wie es in einer Mitteilung der Goethe-Uni heißt, sind in Deutschland derzeit mehr als 5,8 Millionen Patienten in DMP eingeschrieben. Seit 2003 gibt es das Angebot für Patienten mit Diabetes mellitus, koronarer Herzerkrankung, Asthma/COPD und Brustkrebs. "Ob es durch die Programme gelingt, die Versorgung der Patienten tatsächlich zu verbessern, ist bisher nicht bekannt", so die Frankfurter Wissenschaftler. Ziel des Forschungsprojekts ist deshalb die Entwicklung eines Methodenhandbuchs für die Evaluation von DMP.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »