Ärzte Zeitung, 18.11.2009

USA: Kurswechsel bei Mammografie-Screening

NEU-ISENBURG (ikr). US-Experten haben ihre Empfehlungen zum Mammografie-Screening bei Frauen ohne erhöhtes Brustkrebsrisiko geändert. Demnach sollen jetzt nur noch Frauen zwischen 50 und 74 Jahren routinemäßig zur Mammografie gehen, und zwar nur alle zwei Jahre.

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USA: Kurswechsel bei Mammografie-Screening.

Foto: dpa

Bei jüngeren Frauen zwischen 40 und 49 Jahren soll nun individuell entschieden werden, ob die Röntgenuntersuchung bereits stattfinden soll (Ann Intern Med 151, 2009, 716). Damit haben die US-Experten nun die gleiche Richtung eingeschlagen wie deutsche Kollegen: In Deutschland wird Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahre angeboten, alle zwei Jahre zur Mammografie zu gehen.

Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) begründet ihren Kurswechsel mit neuen Studiendaten, wonach der Nutzen des Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 74, die alle zwei Jahre untersucht werden, am größten ist. So hat die Analyse der Daten ergeben, dass 1904 Frauen zwischen 40 und 49 Jahren zur Mammografie eingeladen werden müssen, um ein Leben zu retten, aber nur 1339 Frauen zwischen 50 und 59 und nur 377 Frauen zwischen 60 und 69 Jahre. Die Brustkrebssterberate wird bei den Frauen zwischen 40 und 49 Jahren um 15 Prozent gesenkt, bei den 50- bis 59-jährigen um 14 Prozent, bei den 60- bis 69-jährigen Frauen um 32 Prozent und bei Frauen zwischen 65 und 74 Jahre um 22 Prozent. Außerdem: Werden die Frauen nicht jährlich, sondern nur alle zwei Jahre untersucht, lassen sich Nachteile wie falsch-positive Befunde signifikant reduzieren, ohne den Nutzen wesentlich zu schmälern.

Die US-Experten raten Kollegen nicht mehr, ihre Patientinnen zur Selbstuntersuchung der Brust anzuleiten. Der Nutzen dieser Maßnahme sei bisher nicht ausreichend in Studien nachgewiesen.

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