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Mamma-Screening - die Quote macht Sorgen

Das Programm wird bereits fünf Jahre alt - aber nur jede zweite Frau nutzt die Brustkrebs-Früherkennung.

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht:

BERLIN. Mammakarzinome sind die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland. Jährlich werden etwa 57 000 Neuerkrankungen diagnostiziert. 18 000 Frauen sterben an den Folgen von Brustkrebs. "Mit dem Mammografie-Screening kann Brustkrebs so frühzeitig erkannt werden, das Frauen beste Chancen für eine Heilung haben", sagte Dr. Wolfgang Aubke, Beiratsvorsitzender der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, anlässlich des Mammografie-Screening-Programms, das vor fünf Jahren gestartet ist, in Berlin.

Auf der Festveranstaltung wurde das Screening als "modernstes und größtes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm weltweit" gefeiert. "Die Qualität des Screenings kann nicht mehr verbessert werden", lobte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Köhler. Einen Wermuttropfen verschwieg er aber nicht: Für die Zukunft wünsche er sich eine höhere Wahrnehmungsquote des Mamma-Screenings. Bisher seien etwa 4,9 Millionen Frauen der Einladung zu der Vorsorgeuntersuchung gefolgt - das entspricht einer Quote von 54 Prozent. Das sei zwar eine höhere Beteiligung als bei anderen präventiven Untersuchungen, aber noch nicht annähernd genug. In spätestens fünf Jahren sollten 70 Prozent der eingeladenen Frauen am Screening teilnehmen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler lobte zwar den Erfolg des Programms, warnte aber vor zu viel Euphorie: Offene Fragen - wie zum Beispiel auch die nach der Strahlenbelastung - sollten geklärt werden. "Ziel muss sein, möglichst differenziert über die Vor- und Nachteile des Screenings aufzuklären", so Rösler. Es gebe viele positive Aspekte - aber Fakt sei: Das Mammografie-Screening könne keine Krankheit verhindern. "Je besser die Patientinnen informiert sind, desto eigenverantwortlicher und verantwortungsbewusster können sie in Ruhe entscheiden", sagte Rösler. Es sei nicht möglich, den Frauen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung zu verordnen, aber solle Informationen für eine Entscheidung zur Verfügung stellen. "Dazu können insbesondere die Partner der Selbstverwaltung beitragen", betonte Rösler.

Mehr als drei Viertel der Frauen, bei denen Brustkrebs beim Mammografie-Screening entdeckt wurde, hätten keine befallene Lymphknoten und keine Metastasen, sagte Aubke. Neben den besseren Heilungschancen profitierten sie zudem von einer weniger belastenden und meistens brusterhaltenden Therapie. "Das zeigt den unbestreitbaren Nutzen des Screenings", so Aubke. Eine abschließende Kosten-Nutzen-Bewertung sei aber frühestens in acht Jahren zu führen.

Bundesweit werden etwa zehn Millionen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre schriftlich zur Teilnahme zum Mamma-Screening Brustkrebs eingeladen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Bei Krebsvorstufen der Brust betragen die Heilungschancen nahezu 100 Prozent

Lesen Sie dazu auch das Pro und Contra Screening: Die Sterberate ist nicht alles

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