Krafttraining nach Brustkrebs schadet Frauen nicht - im Gegenteil!

PHILADELPHIA (ikr). Frauen mit Brustkrebs, die ein Jahr nach der Diagnose mit Krafttraining starten, haben einer aktuellen Studie zufolge kein erhöhtes Risiko für ein Armlymphödem. Im Gegenteil: Diese Komplikation trat bei trainierten Frauen sogar seltener auf als bei Frauen ohne Training.

Veröffentlicht:
Krafttraining: Bei Brustkrebs-Patientinnen offenbar eher nützlich als schädlich.

Krafttraining: Bei Brustkrebs-Patientinnen offenbar eher nützlich als schädlich.

© Walter Luger / fotolia.com

134 Frauen nahmen ein bis fünf Jahre nach der Brustkrebsdiagnose an einer Interventionsstudie teil (JAMA online). Ihnen waren zur Krebstherapie mindestens zwei Achsellymphknoten entfernt worden.

72 von ihnen nahmen in einem wohnortnahen Fitnesscenter ein Jahr lang an einem langsam gesteigerten Krafttraining teil. Trainiert wurde zweimal wöchentlich für 90 Minuten, und zwar in den ersten 13 Wochen unter Anleitung eines Trainers.

Dazu gehörten Übungen zur Steigerung von Oberkörper- und Beinmuskulatur, wie die US-Forscher berichten. Die 75 Frauen aus der Kontrollgruppe machten hingegen kein Krafttraining.

Die Bilanz nach einem Jahr: Von den Frauen mit Krafttraining bekamen acht (11 Prozent) ein Brustkrebs-assoziiertes Lymphödem, jedoch 13 (17 Prozent) derjenigen Frauen in der Kontrollgruppe.

Und bei den 45 Frauen, denen fünf Lymphknoten oder mehr entfernt wurden, trat in der Trainigsgruppe bei 3 (7 Prozent) Frauen ein Lymphödem auf sowie bei 11 (22 Prozent) der 49 Frauen aus der Kontrollgruppe.

Krafttraining scheint auch Brustkrebs-Patientinnen, die bereits ein Armlymphödem haben, nicht zu schaden, sondern eher zu nützen. Mit einem ausgewogenen Fitnessprogramm inklusive Krafttraining waren die Lymphödem-bedingten Beschwerden in einer Studie geringer als ohne Sport.

US-Forscher haben bei 141 Frauen mit einem Armlymphödem den Effekt von Sport untersucht (NEJM 2009; 361: 664). Die Brustkrebsdiagnose lag wie in der aktuellen Studie bereits mindestens ein Jahr zurück. Bei den Frauen waren im Mittel 15 Lymphknoten zur Ermittlung des Lymphknotenstatus entfernt worden.

71 Frauen absolvierten ein Jahr lang zweimal wöchentlich ein 90-minütiges Übungsprogramm in einem Fitnesscenter. Dazu gehörten Dehnübungen, ein Aufwärmtraining sowie Übungen zur Stärkung der Kraft in den Armen und Beinen. Das Training wurde innerhalb der ersten fünf Wochen langsam aufgebaut. Der Kontrollgruppe wurde hingegen von sportlichen Übungen abgeraten.

Immer noch bekommen etwa 17 Prozent der Frauen mit Mamma-Karzinom ein Armlymphödem, obwohl die operative und radiologische Brustkrebstherapie schonender geworden ist.

Einen deutlichen Schutz vor dem Armlymphödem bietet die Sentinel-Node-Biopsie, bei der statt der herkömmlichen Axilladissektion nur ein bis zwei Wächterlymphknoten entfernt werden. Bei diesem Vorgehen bekommen nur 5 bis 7 Prozent der Frauen ein Lymphödem im Vergleich zu 13 bis 47 Prozent mit der herkömmlichen Methode.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Mut zu Sport nach Krebs!

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

S3-Leitlinie Mammakarzinom

Brustkrebs: So viel Sport ist empfehlenswert

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Lesetipps
Der Arzt bereitet die epidurale Injektion vor.

© karrastock / stock.adobe.com

Kontroverse um epidurale Injektionen

Spritzen an der Wirbelsäule: Welche Empfehlungen jetzt für die Praxis gelten