Ärzte Zeitung, 05.07.2011

Kommentar

Rückenwind fürs Brust-Screening

Von Ingrid Kreutz

Allen Unkenrufen zum Trotz: Das Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs zeigt erneut seine Wirkung, und zwar eine sehr nachhaltige.

Eine aktuelle Analyse von Daten des schwedischen Two County Trial hat jetzt nach 29 Jahren Nachbeobachtung eine relative Reduktion der Brustkrebssterberate bei Teilnehmerinnen des Screenings um 30 Prozent ergeben und damit die Ergebnisse früherer Analysen dieser Studie erneut bestätigt.

Die zweite gute Nachricht: Das absolute Ergebnis verbesserte sich sogar über die Jahre. So müssen nach der aktuellen Auswertung nur 414 Frauen sieben Jahre lang am Mammografie-Screening teilnehmen, um einen Todesfall durch Brustkrebs zu verhindern.

Nach erst zehn Jahren Nachbeobachtung waren es noch 922 Frauen. Die volle Effektivität des Screenings zeigt sich somit erst nach mehr als zehn Jahren.

Voll ausschöpfen lässt sich der Nutzen des Mammografie-Screening aber nur bei reger Beteiligung. Und diese lag in der schwedischen Studie immerhin bei 85 Prozent. Von diesem Ziel sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt: So betrug die Teilnahmequote bei der letzten Auswertung im Jahre 2009 gerade mal 53 Prozent.

Lesen Sie dazu auch:
Weniger Brustkrebstote durch Mammografie-Screening

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »