Ärzte Zeitung, 20.05.2012

Mammografie kann schon ab 40 sinnvoll sein

PORTLAND (BS). Bei Frauen mit sehr dichtem Brustdrüsengewebe und bei Frauen mit brustkrebskranken Eltern oder Geschwistern könnte ein Mammografie-Screening schon im Alter ab 40 Jahren sinnvoll sein. Das zeigen zwei Studien des National Cancer Institute (NCI) in den USA.

Mammografie schon ab 40 kann sinnvoll sein

Für Frauen mit dichtem Brustgewebe kann sich eine Mammografie auch schon im Alter zwischen 40 und 50 lohnen, so eine US-Studie.

© Sven Bähren / fotolia.com

Für die Risikoabschätzungen hatten US-Ärzte Daten aus 66 Studien und aus Brustkrebsregistern ausgewertet (Ann Intern Med. 2012; 156: 635).

Danach profitieren Frauen ab einem - im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung - zweifach erhöhtem Brustkrebsrisiko bereits im Alter von 40 bis 49 Jahren von Mammografien alle zwei Jahre. Auf ein gewonnenes Lebensjahr entfallen dabei etwa acht falsch-negative Befunde.

Das Ergebnis der Modellrechung: Wenn 1000 Frauen mit zweifach erhöhtem Brustkrebsrisiko statt - wie bisher empfohlen ab 50 - schon ab 40 alle zwei Jahre an einem Mammografie-Screening teilnehmen würden, dann ließen sich damit 3,3 Brustkrebs-Todesfälle verhindern und 70 zusätzliche Lebensjahre gewinnen, es gäbe aber auch 580 zusätzliche falsch-positive Befunde.

Brustkrebsrisiko steigt dramatisch, wenn Verwandte Brustkrebs haben

Der zweiten Studie zufolge verdoppelt sich das Brustkrebsrisiko von 40- bis 49-Jährigen, wenn sie extrem dichtes Brustdrüsengewebe (ACR 4) oder eine Verwandte ersten Grades mit Brustkrebs haben (Ann Intern Med 2012; 156: 609).

Bei zwei erkrankten Verwandten ersten Grades ist das Risiko sogar vervierfacht, bei drei und mehr sogar verzwölffacht.

Fazit der Studienautoren: Es wäre hilfreich, Brustkrebs-Risikofaktoren zu erheben, um bei unter 50-Jährigen individuelle Screening-Entscheidungen treffen zu können. Das Kriterium "dichtes Drüsengewebe" ist allerdings für Entscheidungen problematisch.

Zum einen erfordert es eine Basis-Mammografie mit 40 Jahren, zum anderen sind Mammografien gerade bei dichtem Drüsengewebe sehr schwer zu interpretieren.

Quelle: www.springermedizin.de

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