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Dick und Brustkrebs

Schlechte Karten bei speziellem Tumor

Zu viel Speck auf den Rippen ist bei Brustkrebs äußerst ungünstig: Es kommt deutlich häufiger zu Rezidiven, und die Frauen sterben öfter an der Krankheit als Normalgewichtige - allerdings nur bei hormonrezeptor-positivem Status.

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BMI über 30? Beim HER2/neu-positiven Mamma-Ca ist die Prognose dann schlechter.

BMI über 30? Beim HER2/neu-positiven Mamma-Ca ist die Prognose dann schlechter.

© seeyou | c. steps / fotolia.com

NEW YORK (mut). Dass Adipositas die Prognose bei Brustkrebs verschlechtert, ist inzwischen hinlänglich bekannt.

So hatten etwa in einer großen dänischen Studie mit 19.000 Patientinnen diejenigen mit Adipositas ein um 46 Prozent erhöhtes Risiko, innerhalb von zehn Jahren nach der Brustkrebsbehandlung Metastasen zu entwickeln.

Das Risiko, nach der Behandlung an Brustkrebs zu sterben, war bei ihnen innerhalb von 30 Jahren um 38 Prozent erhöht.

Nun berichten Ärzte um Dr. Joseph Sparano vom Montefiore Medical Center in New York, dass dies fast ausschließlich auf Frauen zutrifft, die einen hormonrezeptor-positiven Tumor haben - das sind allerdings etwa drei Viertel alle Brustkrebspatientinnen (Cancer 2012; online 27. August).

Die Ärzte um Sparano haben drei vom National Cancer Institute (NCI) der USA finanzierte Studien ausgewertet, die Angaben zum Tumortyp, zum BMI und zum Therapieerfolg machten. An einer der Studien mit der Bezeichnung E1199 nahmen 4770 Frauen teil.

Davon war jeweils etwa ein Drittel normalgewichtig, übergewichtig und adipös. 73 Prozent hatten hormonrezeptor-positive Tumoren, bei 20 Prozent waren die Tumoren HER-2/neu-positiv. Alle wurden operiert und mit einer adjuvanten Standard-Chemotherapie behandelt.

Die Nachbeobachtungszeit lag im Median bei knapp acht Jahren. Dabei war die Rate für das krankheitsfreie Überleben bei den adipösen Frauen um 24 Prozent, die Gesamtüberlebensrate um 37 Prozent geringer als bei Frauen mit einem BMI unter 30.

Lohnt sich Abspecken?

Dagegen hatten adipöse Frauen mit dreifach negativem Tumorstatus oder HER-2/neu-positiven Tumoren keinen Nachteil im Vergleich zu normal- und übergewichtigen Patientinnen.

Bestätigt wird dies durch die beiden anderen Untersuchungen: An der Studie E5188 nahmen 1500 Frauen mit ausschließlich östrogenrezeptor-positivem Status teil, im Median 14 Jahre.

In dieser Zeit war die Rate für ein krankheitsfreies Überleben bei adipösen Frauen um 41 Prozent, die Gesamtüberlebensrate um beachtliche 51 Prozent reduziert.

In der Studie E3189, an der sich 613 Frauen mit ausschließlich hormonrezeptor-negativem Status beteiligten, schienen adipöse Patientinnen sogar länger zu leben. Die Rate für das krankheitsfreie Überleben lag um 10 Prozent, die Gesamtüberlebensrate um 17 Prozent über der von nichtadipösen Frauen.

Allerdings waren diese Ergebnisse im Gegensatz zu denen der beiden anderen Studien statistisch nicht signifikant. Man kann also daraus nicht schließen, dass extremes Übergewicht bei hormonrezeptor-negativem Status von Vorteil ist.

Ob sich das Abspecken für adipöse Frauen mit hormonrezeptor-positivem Brustkrebs lohnt, geht aus den Studiendaten allerdings auch nicht hervor. Allerdings ließ sich in der Women‘s Interventional Nutritional Study (WINS) die Rezidivrate um 24 Prozent senken, wenn es den Frauen gelang, 3 Kilogramm abzuspecken.

Diese Risikoreduktion, so resümieren Sparano und Mitarbeiter, entspricht in etwa dem Effekt einer adjuvanten Chemotherapie.

Die Ärzte aus New York vermuten, dass erhöhte Insulinspiegel und hohe Werte von C-reaktivem Protein (CRP) bei Adipösen die hormonrezeptor-positivem Tumoren in besonderer Weise stimulieren

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