Ärzte Zeitung, 25.10.2012

Bei Frauen mit Brustimplantaten

Brustkrebs wird später diagnostiziert

Bei Frauen mit künstlich vergrößerten Brüsten werden mehr Mammakarzinome bereits im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert als bei Frauen ohne Implantat. Das hat eine große Kohortenstudie ergeben.

Brustkrebs wird später diagnostiziert

Brust-Implantate erschweren eine Brustkrebsfrüherkennung via Mammografie.

© blickwinkel / imago

QUéBEC (eo). Kanadische Forscher haben die Daten von 40.000 Frauen aus der Canadian Breast Implant Cohort analysiert, die sich zwischen 1974 und 1989 einer bilateralen Brustvergrößerung (über 24.000 Frauen) oder einem anderen schönheitschirurgischen Eingriff (knapp 16  000) unterzogen hatten (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2012; 21: 1868).

An Brustkrebs erkrankt waren bis Ende 1997 409 Frauen mit Brustimplantat und 440 Frauen ohne Implantat. Dabei war die Wahrscheinlichkeit, dass zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein fortgeschrittener Tumor vorlag, bei den Frauen mit "Kissen" in der Brust um das Dreifache erhöht.

Erhöht, wenn auch nur leicht, war auch das Risiko eines Lymphknotenbefalls. Ob das Implantat mit Kochsalzlösung oder Silikon gefüllt war, spielte für das Brustkrebsrisiko keine Rolle, ebenso wenig die Beschichtung (mit oder ohne Polyurethan). Unerheblich waren auch Größe und Lage in der Brust.

Frauen ohne Implantat mit leichtem Überlebensvorteil

Brustimplantate, gleich welcher Machart, sind röntgendicht; sie verdecken im Röntgenbild Teile des Brustgewebes und machen es damit der Mammografie unzugänglich.

Das gilt für subglanduläre Implantate noch mehr als für solche, die unter der Muskelschicht liegen.

Dass die Risiken einer verzögerten Diagnostik dennoch gleich hoch sind, erklärt sich möglicherweise dadurch, dass sich ein Tumor bei einer Frau mit subglandulärem Implantat besser tasten lässt, weil er gegen einen harten Untergrund gedrückt wird.

Frauen ohne Implantat hatten zudem einen leichten, wenn auch nicht signifikanten Überlebensvorteil: Nach fünf und zehn Jahren hatten 91 beziehungsweise 84,8 Prozent überlebt, bei den Frauen mit Brustimplantat waren es 87,0 beziehungsweise 79,0 Prozent.

Quelle: www.springermedizin.de

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