Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Frauen mit Brustimplantaten

Brustkrebs wird später diagnostiziert

Bei Frauen mit künstlich vergrößerten Brüsten werden mehr Mammakarzinome bereits im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert als bei Frauen ohne Implantat. Das hat eine große Kohortenstudie ergeben.

Veröffentlicht:
Brust-Implantate erschweren eine Brustkrebsfrüherkennung via Mammografie.

Brust-Implantate erschweren eine Brustkrebsfrüherkennung via Mammografie.

© blickwinkel / imago

QUéBEC (eo). Kanadische Forscher haben die Daten von 40.000 Frauen aus der Canadian Breast Implant Cohort analysiert, die sich zwischen 1974 und 1989 einer bilateralen Brustvergrößerung (über 24.000 Frauen) oder einem anderen schönheitschirurgischen Eingriff (knapp 16  000) unterzogen hatten (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2012; 21: 1868).

An Brustkrebs erkrankt waren bis Ende 1997 409 Frauen mit Brustimplantat und 440 Frauen ohne Implantat. Dabei war die Wahrscheinlichkeit, dass zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein fortgeschrittener Tumor vorlag, bei den Frauen mit "Kissen" in der Brust um das Dreifache erhöht.

Erhöht, wenn auch nur leicht, war auch das Risiko eines Lymphknotenbefalls. Ob das Implantat mit Kochsalzlösung oder Silikon gefüllt war, spielte für das Brustkrebsrisiko keine Rolle, ebenso wenig die Beschichtung (mit oder ohne Polyurethan). Unerheblich waren auch Größe und Lage in der Brust.

Frauen ohne Implantat mit leichtem Überlebensvorteil

Brustimplantate, gleich welcher Machart, sind röntgendicht; sie verdecken im Röntgenbild Teile des Brustgewebes und machen es damit der Mammografie unzugänglich.

Das gilt für subglanduläre Implantate noch mehr als für solche, die unter der Muskelschicht liegen.

Dass die Risiken einer verzögerten Diagnostik dennoch gleich hoch sind, erklärt sich möglicherweise dadurch, dass sich ein Tumor bei einer Frau mit subglandulärem Implantat besser tasten lässt, weil er gegen einen harten Untergrund gedrückt wird.

Frauen ohne Implantat hatten zudem einen leichten, wenn auch nicht signifikanten Überlebensvorteil: Nach fünf und zehn Jahren hatten 91 beziehungsweise 84,8 Prozent überlebt, bei den Frauen mit Brustimplantat waren es 87,0 beziehungsweise 79,0 Prozent.

Quelle: www.springermedizin.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Tumorstadien

Brustkrebs-Rezidivrisiko: KI kann Multi-Gentest ersetzen oder ergänzen

Das könnte Sie auch interessieren
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hinweise aus Fall-Kontroll-Studie

Koffein als Trigger früher kryptogener Schlaganfälle?

Lesetipps