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Seltener Depressionen

Qigong hilft Frauen mit Brustkrebs

Mit Qigong können Frauen offenbar ihre Lebensqualität während einer Radiotherapie gegen Brustkrebs verbessern. Vor allem Depressionen und Fatigue gehen zurück - allerdings nur bei bestimmten Patientinnen.

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Qigong in Vancouver.

Qigong in Vancouver.

© Xinhua / imago

FUDAN. Es erinnert etwas an Tanzen in Zeitlupe: Qigong basiert jedoch auf 4000 Jahre alten Meditations- und Konzentrationstechniken und ist ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Medizin.

Das freie Fließen der Lebensenergie Qi, das durch die Übungen angestrebt wird, soll dem Menschen ein gesundes und harmonisches Leben ermöglichen.

Ob die Übungen auch unter den Bedingungen einer Krebsattacke und einer Radiatio noch von Nutzen sind, hat nun ein Team von Forschern aus China, den USA und Dresden bei 96 Frauen in Fudan in China geprüft.

Allen Frauen war gerade ein Brusttumor entfernt worden, nun stand ihnen eine Radiotherapie über fünf bis sechs Wochen bevor (Cancer 2013; online 25. Januar).

Die Hälfte der Frauen sollte in dieser Zeit regelmäßig Qigong praktizieren, die andere Hälfte wurde auf eine Warteliste gesetzt - sie durften im Anschluss an die Studie an einem Qigong-Programm teilnehmen.

Die Übungen erfolgten unter Aufsicht eines erfahrenen Trainers und dauerten jeweils 40 Minuten an fünf Tagen pro Woche.

Zusätzlich erhielten die Frauen eine DVD mit Übungsanleitungen und wurden dazu animiert, auch in ihrer Freizeit zu trainieren. Um Lebensqualität, Depressionen, Fatigue und Schlafstörungen zu erfassen, füllten die Teilnehmerinnen regelmäßig Fragebögen aus.

Die Ergebnisse: Mit Qigong nahmen die depressiven Symptome kontinuierlich ab, während sie in der Kontrollgruppe in etwa konstant blieben.

Fatigue abgemildert - aber nur bei den Depressiven

Gemessen mit der Centers for Epidemiologic Study Depression Scale (CED-S) lag der Wert in der Qigong-Gruppe zu Beginn im Schnitt bei 13,1 Punkten - ab 16 Punkten liegt eine interventionsbedürftige Depression vor.

Nach fünf Wochen war der Wert um einen Punkt gesunken, einen Monat später um zwei weitere Punkte, und drei Monate nach dem Ende der Trainingsprogramms lag der CED-S Wert noch bei 9,5 Punkten - folglich verbesserte sich die Stimmung in der Qigong-Gruppe auch nach Ende des Programms weiter.

In der Kontrollgruppe sank der Wert im Laufe von vier Monaten lediglich um einen Punkt von 12,2 auf 11,2. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen war statistisch signifikant.

Die Fatigue ließ sich mit Qigong ebenfalls stärker reduzieren als in der Kontrollgruppe, hier waren die Ergebnisse allerdings nur bei Patienten signifikant, die zu Beginn deutlich depressiv waren.

Bei den weniger depressiven Frauen zeigte Qigong keinen Effekt, allerdings war die Fatigue hier auch initial geringer ausgeprägt als bei den depressiven Frauen.

Schließlich gab es auch deutliche Unterschiede bei der Lebensqualität. Gemessen mit dem FACT-G-Score (Functional Assessment of Cancer Therapy-General) war mit Qigong eine kontinuierliche Steigerung um 6 Punkte zu beobachten (von 76 Punkten zu Beginn auf 82 Punkte nach vier Monaten), nur knapp 3 Punkte waren es in der Kontrollgruppe.

Signifikant war der Unterschied hier wiederum nur in der Gruppe der depressiven Frauen: Sie profitierten auch bei der Lebensqualität am meisten von Qigong. Auf Schlafstörungen oder Kortisolspiegel hatten die Übungen allerdings keinen Einfluss.

Die Studienautoren schließen daraus, das Qigong vor allem bei Frauen mit deutlich depressiven Symptomen Stimmung und Lebensqualität verbessert. (mut)

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