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Mammografie

Seltener ist im Alter mehr

Kleckern statt klotzen: Bei Frauen über 66 bringt eine jährliche Mammografie keinen größeren Nutzen als eine Mammografie nur alle zwei Jahre.

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Nicht zu viel des Guten.

Nicht zu viel des Guten.

© Stephanie Pilick / dpa

SAN FRANCISCO. Frauen über 66, die sich einer Mammografie nur alle zwei Jahre unterziehen, stehen nicht schlechter da als Frauen mit jährlicher Röntgenuntersuchung: Die Raten entdeckter Tumoren in den Spätstadien IIb, III und IV unterscheiden sich in beiden Gruppen nicht.

Eine solche Untersuchung nur alle zwei Jahre zu machen hat einer Studie in den USA zufolge sogar einen Vorteil: Die Rate falsch-positiver Ergebnisse ist nur etwa halb so groß wie bei der jährlichen Untersuchung.

In den USA empfiehlt die Preventive Services Task Force das Mammografie-Screening Frauen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren.

In Deutschland liegt die Obergrenze dagegen bei 69 Jahren mit einem Untersuchungsrhythmus von zwei Jahren. Für die US-amerikanische Krebsgesellschaft gibt es schließlich gar keine Obergrenze: Sie empfiehlt das jährliche Screening ab 40.

Um Nutzen und Risiko einer jährlichen Mammografie im Vergleich zur Untersuchung alle zwei Jahre zu klären, werteten Epidemiologen und Biostatistiker um Dr. Dejana Braithwaite vom Breast Cancer Surveillance Consortium in San Francisco Daten des Konsortiumregisters sowie der Krankenversicherung Medicare aus.

Die Informationen stammen von fast 300.000 Frauen im Alter zwischen 66 und 89 Jahren, die zwischen 1999 und 2006 an insgesamt fünf Zentren der USA Mammografien erhalten hatten. Die Studie sei die größte ihrer Art in den USA, so die Wissenschaftler (JNCI J Natl Cancer Inst 2013; online 5. Februar).

Bei insgesamt knapp 3000 Frauen wurde Brustkrebs diagnostiziert, 1946 von ihnen waren im Jahresabstand und 1047 alle zwei Jahre mammografiert worden. 28 Prozent erhielten im Studienzeitraum nur eine Mammografie, 21,3 Prozent zwei, 17,1 Prozent drei, 13 Prozent vier und jede fünfte Studienteilnehmerin mindestens fünf Mammografien.

Komorbiditäten nicht unterschätzen

Mit 1680 waren etwas mehr erkrankte Frauen in der Altersgruppe zwischen 66 und 74 Jahren als in der Gruppe über 75. Dreiviertel der Frauen hatten - gemessen anhand des Charlson Comorbidity Index - keine zusätzlichen Erkrankungen, etwa Diabetes.

Braithwaite und ihre Kollegen konnten keine Assoziation zwischen Komorbidität, Screeningintervall und Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose feststellen.

Dagegen waren die älteren Frauen - ähnlich wie junge Frauen - einem höheren Risiko für falsch-positive Ergebnisse der Mammografie ausgesetzt, wenn die Untersuchung jährlich statt alle zwei Jahre vorgenommen wurde.

Beim Ein-Jahres-Rhythmus lag die Falsch-positiv-Rate bei 48 Prozent und bei einer Mammografie nur alle zwei Jahre bei 29 Prozent. Die Ergebnisse waren unabhängig von Komorbiditäten.

Die Wissenschaftler nahmen darüber hinaus eine Hochrechnung für die USA vor. Dabei gingen sie davon aus, dass dort derzeit etwa 4,9 Millionen Frauen zwischen 66 und 89 Jahren leben, die Komorbiditäten haben, und 14,3 Millionen ohne zusätzliche Erkrankungen.

Würden sich alle Frauen statt alle zwei Jahre jährlich einer Mammografie unterziehen, würde dies bei Frauen mit Komorbidität zu etwa einer Million zusätzlichen falsch-positiven Untersuchungsergebnissen und etwa 300.000 zusätzlichen unnützen Biopsieempfehlungen führen, so Braithwaite und ihre Kollegen.

Dazu kämen noch aus der Gruppe der Frauen ohne Komorbiditäten 2,86 Millionen falsch-positive Resultate und 860.000 unnütze Biopsieempfehlungen.

Der Einfluss der Komorbiditäten sei somit bei einer Entscheidung für die jährliche Mammografie bezogen auf die gesamte Bevölkerung trotz der Ergebnisse der aktuellen Studie nicht zu unterschätzen.

In Deutschland haben alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Einführung des von den Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen getragenen Mammografie-Screening-Programms wurde 2002 beschlossen. (ple)

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