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Brustkrebs

Erhöhtes Risiko unter Kalziumkanalblockern?

Wenn Frauen nach der Menopause über längere Zeit Kalziumkanalblocker einnehmen, hat das offenbar Auswirkungen auf ihre Brustkrebs-Gefahr: Das Risiko ist zweifach erhöht, zeigt eine US-Studie.

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Die Langzeiteinnahme von Kalziumkanalblockern ist bei postmenopausalen Frauen laut US-Forschern mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden.

Die Langzeiteinnahme von Kalziumkanalblockern ist bei postmenopausalen Frauen laut US-Forschern mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden.

© Klaus Rose

SEATTLE. Postmenopausale Frauen, die seit mindestens zehn Jahren mit einem Kalziumkanalblocker behandelt werden, haben einer US-amerikanischen Studie zufolge ein erhöhtes Risiko, an einem duktalen oder lobulären Mammakarzinom zu erkranken.

Schon in früheren Studien wurden Kalziumkanalblocker mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Zusammenhang gebracht. Doch die Datenlage war bislang widersprüchlich.

Im Rahmen einer populationsbasierten Fall-Kontroll-Studie untersuchten Christopher I. Li und Kollegen vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle nun erstmals den langfristigen Einfluss verschiedener Hochdruckmedikamente auf das Brustkrebsrisiko.

880 der Teilnehmerinnen zwischen 55 und 74 Jahren litten unter einem invasiven duktalen (IDC) und 1027 an einem invasiven lobulären Mammakarzinom (ILC). 856 Frauen ohne Krebserkrankung dienten als Kontrollen (JAMA Int Med 2013; online 5. August).

Risiko unabhängig vom Östrogenrezeptorstatus

Bei Frauen, die seit mindestens zehn Jahren Kalziumkanalblocker einnahmen, zeigte sich sowohl ein erhöhtes Risiko für ein duktales als auch für ein lobuläres Mammakarzinom (Odds Ratio, OR 2,4 bzw. 2,6).

Dabei waren keine nennenswerten Unterschiede zwischen den einzelnen Strukturtypen erkennbar. Auch unter Berücksichtigung des Östrogenrezeptorstatus blieb das erhöhte Risiko gegenüber den Kontrollen in allen Gruppen erhalten.

Unter der Einnahme von Diuretika, Betablockern und Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane) dagegen konnte kein höheres Brustkrebsrisiko festgestellt werden.

Bei Frauen, die bereits seit mindestens zehn Jahren ACE-Hemmer einnahmen, war sogar ein leichter Vorteil (IDC: OR 0,7; ILC: OD 0,6) wahrnehmbar.

Da ein protektiver Effekt in diesem Zusammenhang allerdings noch nie zuvor beobachtet wurde, mahnen die Autoren zur Vorsicht bei der Interpretation.

Insgesamt müssten sich alle in dieser Untersuchung gewonnenen Ergebnisse einer Überprüfung in weiteren Studien unterziehen, in denen ggf. auch die zugrunde liegenden Mechanismen aufgeklärt würden, meinen die Autoren. Schließlich könnte dies künftig die Wahl des passenden Hochdruckmedikaments für die einzelne Patientin beeinflussen.

Es besteht dringender Klärungsbedarf

In einem begleitenden Kommentar weist Patricia F. Coogan von der Boston University darauf hin, dass aus den Daten der Beobachtungsstudie keine kausalen Schlüsse gezogen werden können. Deshalb, so die Kommentatorin, zögen die Ergebnisse auch keine unmittelbaren Konsequenzen für die klinische Praxis nach sich.

Dennoch sei die Studie ein wertvoller Beitrag, der die Hypothese eines erhöhten Brustkrebsrisikos nach Langzeittherapie mit Kalziumkanalblockern stütze.

Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, so Coogan, müsse man die Kalziumkanalblocker künftig unter die beeinflussbaren Brustkrebs-Risikofaktoren einreihen. Diese Frage bedürfe einer möglichst baldigen Klärung. (St)

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