Ärzte Zeitung, 08.07.2014

Mammografie plus Tomosynthese

Beim Brustkrebs-Screening mehr Treffsicherheit

Mit digitaler Mammografie plus Tomosynthese werden mehr Karzinome entdeckt als bei der herkömmlichen Bildgebung.

PARK RIDGE. Bei der Tomosynthese werden aus verschiedenen Winkeln Schichtaufnahmen der Brust erzeugt. Die daraus abgeleitete dreidimensionale Darstellung hat gegenüber der konventionellen Mammografie den Vorteil, dass Überlagerungseffekte reduziert werden.

Karzinome sind klarer zu erkennen, falsch-positive Befunde eher zu vermeiden. Die digitale Brust-Tomosynthese (DBT) könnte daher die Nutzen-Risiko-Bilanz des Brustkrebs-Screenings verbessern.

Zumindest für die Kombination aus herkömmlicher digitaler Mammografie und DBT wird dies nun durch eine große Multizenter-Studie nahegelegt: Bei den damit untersuchten Frauen gab es 15 Prozent weniger Wiedereinbestellungen, aber 29 Prozent mehr Krebsdiagnosen als bei den Frauen mit konventioneller Bildgebung (JAMA 2014; 311: 2499).

In der retrospektiven US-Studie waren Screening-Ergebnisse von 13 Brustkrebszentren aus der Zeit vor und nach der Einführung der neuen 3-D-Technik verglichen worden.

In den Jahren 2010/2011 war bei 281.187 Frauen per digitaler Mammografie, in den Jahren 2011/2012 bei 173.663 Frauen per digitaler Mammografie plus DBT nach Krebs gesucht worden.

Plus an invasiven Karzinomen

Pro 1000 Reihenuntersuchungen wurden in der ersten Phase 107 Frauen erneut einbestellt, in der zweiten waren es nur noch 91. Bei den Biopsien war dagegen ein Anstieg zu verzeichnen, von 18,1 auf 19,3 pro 1000. Dafür erhöhte sich allerdings die Zahl der Krebsdiagnosen von 4,2 auf 5,4 pro 1000 gescreente Frauen.

Verantwortlich für diesen Zuwachs war allein ein Plus bei den invasiven Karzinomen (von 2,9 auf 4,1 pro 1000); der Anteil an duktalen In-situ-Karzinomen blieb unverändert.

Mit der Hinzunahme der DBT stieg damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Nachuntersuchung oder Biopsie tatsächlich eine Krebserkrankung ergab, und zwar von 4,3 auf 6,4 Prozent beziehungsweise von 24,2 auf 29,2 Prozent.

"Der Rückgang von unnötigen Tests und Biopsien bei gleichzeitiger Zunahme der Krebsdiagnosen spricht für den Nutzen der Tomosynthese als Screening-Instrument", schreiben die Studienautoren um Sarah M. Friedewald vom Caldwell Breast Center im US-Bundesstaat Illinois.

Zwei prospektive monozentrische Studien aus dem letzten Jahr hatten der zusätzlichen DBT ähnliche Vorteile attestiert. Was bislang fehlt, sind Daten zum klinischen Nutzen. Ob die Zunahme der Brustkrebsdiagnosen sich in einem Rückgang der (Brustkrebs-)Mortalität niederschlägt, kann durch die vorliegenden Studien nicht beantwortet werden. (bs)

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