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Gynäkologie

Konisation erhöht Risiko für Fehlgeburten

Nach der Entfernung einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie sind Patientinnen genauso fruchtbar wie Frauen ohne einen solchen Eingriff. Allerdings steigt das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Eine Konisation beeinträchtigt nicht die Fruchtbarkeit einer Frau. Allerdings erhöht der Eingriff das Risiko von Fehlgeburten.

Eine Konisation beeinträchtigt nicht die Fruchtbarkeit einer Frau. Allerdings erhöht der Eingriff das Risiko von Fehlgeburten.

© Aldo Murillo / iStock

LONDON. In einer Metaanalyse von 15 Studien haben sich Gynäkologen und Reproduktionsmediziner um Maria Kyrgiou vom Imperial College in London mit der Frage beschäftigt, welchen Einfluss die chirurgische Therapie einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie auf die Fertilität und den Verlauf der Schwangerschaft hat. Alle Arten von ablativen oder exzidierenden Verfahren waren dabei vertreten (BMJ 2014; 349: g6192, online 28. Oktober).

Die Analyse ergab keine Anhaltspunkte dafür, dass der Eingriff an der Zervix die Konzeptionswahrscheinlichkeit beeinträchtigen würde. Die Schwangerschaftsrate der behandelten Frauen betrug 43 Prozent im Vergleich zu 38 Prozent bei den nicht behandelten Kontrollen (relatives Risiko 1,29). Nahm man nur die Frauen in die Analyse auf, die tatsächlich schwanger werden wollten, ergaben sich Raten von 88 Prozent versus 95 Prozent.

Mit Blick auf die Fehlgeburtsraten ergaben sich keine statistisch relevanten Unterschiede für den Gesamtverlauf: In den Studien, die diesen Endpunkt hatten, lagen die Raten bei 4,6 Prozent versus 2,8 Prozent. Für das erste Trimester ergaben sich in den einschlägigen Studien ebenfalls keine Differenzen (9,8 Prozent versus 8,4 Prozent).

Signifikante Erhöhung von Fehlgeburten

Signifikant waren die Abweichungen bei den Fehlgeburten im zweiten Trimester. Hier betrug der Anteil 1,6 Prozent bei den behandelten Frauen verglichen mit 0,4 Prozent bei den unbehandelten Frauen. Auch ektope Schwangerschaften (1,6 Prozent versus 0,8 Prozent) und Schwangerschaftsabbrüche (12,2 Prozent versus 7,4 Prozent) waren bei den Frauen nach einem Eingriff aufgrund einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie signifikant häufiger.

Zu berücksichtigen ist, dass die analysierten Studien relativ heterogen waren, was das Design, die Teilnehmerinnen, den Abgleich von Störvariablen, die Dauer der Nachbeobachtung und die Verifikation der Ergebnisse betraf. Zudem war es nicht möglich, die einzelnen Therapieverfahren gesondert hinsichtlich ihrer Auswirkungen unter die Lupe zu nehmen.

Der Mangel, das Ausmaß der Exzision und die verwendete Technik in die Analyse einzubeziehen, könnte dazu beigetragen haben, dass bestimmte Effekte übersehen wurden - etwa der vorhandene Einfluss tiefer Konisationen auf die Fertilität oder die fehlenden Auswirkungen kleiner Exzisionen (kleiner als 10 mm) auf das Fehlgeburtsrisiko.

So bleiben auch nach dieser Metaanalyse wichtige Fragen ungeklärt. Einstweilen raten Kyrgiou und Kollegen, speziell bei nulliparen Frauen mit kleiner Zervix so wenig Gewebe zu entfernen wie möglich, ohne freilich die onkologische Eradikation zu gefährden.

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