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Risikofaktor Rauche

Brustkrebsrisiko steigt enorm

Rauchende Frauen haben je nach Dauer und Intensität des Tabakkonsums ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko, wie eine große Kohortenstudie jetzt zeigt.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Brustkrebs: Es besteht eine Dosis-Wirkungs-Beziehung für die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und die Dauer des Rauchens.

Brustkrebs: Es besteht eine Dosis-Wirkungs-Beziehung für die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und die Dauer des Rauchens.

© Jan-Peter Kasper / dpa

NEW YORK. In der Canadian National Breast Screening Study (NBSS), einer großen Kohortenstudie, wurden knapp 90.000 Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren im Schnitt über 22 Jahre hinweg regelmäßig untersucht (Int J Cancer 2014; online 10. Oktober).

Mehr als 6500 Teilnehmerinnen entwickelten erstmals einen Brusttumor.

Ein Team US-amerikanischer und kanadischer Forscher um Chelsea Catsburg aus New York hat sich nun diese Daten zunutze gemacht, um nach dem Brustkrebsrisiko unter Raucherinnen zu schauen.

Nach Berücksichtigung einer Reihe von Begleitfaktoren wie Alter, Hormontherapie, Zahl der Kinder und Alter bei der Geburt, BMI oder körperlicher Aktivität war die Brustkrebsrate unter allen Frauen, die jemals geraucht hatten, um 17 Prozent erhöht.

Bei starken Raucherinnen (mehr als 40 Zigaretten pro Tag) war die Rate um 21 Prozent erhöht, und Frauen, die 40 Jahre lang geraucht hatten, erkrankten zu 57 Prozent häufiger als Nichtraucherinnen.

Auch Rauchen vor der Schwangerschaft schädlich

Wenig überraschend zeigte sich auch bei den Packungsjahren eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Bei bis zu 20 Packungsjahren war die Brustkrebsrate gar nicht bis geringfügig erhöht, Frauen mit 20-30 Packungsjahren hatten eine um 15 Prozent erhöhte Brustkrebsrate, bei mehr als 30 Packungsjahren lag die Differenz bei etwa 20 Prozent.

Frauen mit Kindern sind offenbar besonders gefährdet, wenn sie mehr als fünf Jahre vor der ersten Schwangerschaft geraucht hatten: Dann ist das Brustkrebsrisiko nach den NBSS-Daten um 18 Prozent erhöht.

Auch entwickelten in der Studie nur aktive Raucherrinnen verstärkt Brusttumoren, ehemalige zeigten keine erhöhte Brustkrebsrate. Mit dem Rauchen aufzuhören, scheint sich also nicht nur für das Lungenkrebs-, sondern auch für das Brustkrebsrisiko auszuzahlen.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Studien, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko für Raucherinnen nahelegen, allerdings hatte deren Glaubwürdigkeit in der Vergangenheit darunter gelitten, dass nur wenige eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung aufzeigen konnten.

Zeitpunkt des Rauchens für Tumorbildung entscheidend

Die führen die Autoren um Catsburg auf die relativ kurzen Nachbeobachtungszeiten zurück.

Die NBSS mit inzwischen über 22 Jahren konnte Dosis-WirkungsBeziehungen sowohl für die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten, die Zahl der Packungsjahre wie für die Dauer des Rauchens nachweisen.

Bisher habe es nur eine ähnliche lange dauernde Kohortenstudie zu dieser Fragestellung gegeben, und diese habe ebenfalls ein mit der Zahl der Packungsjahre steigendes Brustkrebsrisiko gezeigt, schreiben die Epidemiologen aus New York.

Nach ihrer Ansicht ist auch der Zeitpunkt des Rauchens für das Tumorrisiko entscheidend. Das Brustgewebe ist vor der vollständigen Differenzierung mit der ersten abgeschlossenen Schwangerschaft am empfindlichsten.

Dies könnte das erhöhte Risiko für das Rauchen vor einer ersten Schwangerschaft erklären.

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