Ärzte Zeitung, 22.09.2015

Mamma-Screening

Strahlenbelastung ist geringer als gedacht

Die Strahlenbelastung für Patientinnen beim Brustkrebs-Screening ist möglicherweise gar nicht so hoch wie gedacht. Das legen Untersuchungen aus den USA nahe.

ANAHEIM. Die Strahlendosis beim Mammografie-Screening ist 30 Prozent niedriger als bislang angenommenen. Offenbar wird also auch der (potenzielle) Schaden für die am Screening teilnehmenden Frauen überschätzt.

Korrigiere man die Fehleinschätzung der Strahlendosis, könne das Einfluss auf die derzeitige Kontroverse zum Mammografie-Screening und ihre Frequenz haben, so Andrew Hernandez beim diesjährigen Kongress der AAPM (US-amerikanischer Verband der Physiker in der Medizin) in Anaheim, Kalifornien. Hernandez ist Doktorand an der University of California in Davis im US-Staat Kalifornien.

Um 30 Prozent überschätzt?

"Unsere Ergebnisse stehen im Einklang mit anderen Studien, die gezeigt haben, dass, historisch gesehen, die Strahlendosis in der Mammografie um 30 Prozent überschätzt worden ist", sagte Hernandez.

Das bedeutete auch, dass das potenzielle Risiko für einen strahleninduzierten Schaden für die durchschnittliche Patientin ebenfalls um 30 Prozent überschätzt werde.

Der Grund für die bisherige Fehleinschätzung: Herkömmliche Verfahren zum Abschätzen der Strahlendosis in der Mammografie haben angenommen, dass die Brust eine gleichförmige Mischung von Drüsen- und Fettgewebe ist. Stattdessen kann die Verteilung der beiden Arten von Gewebe bekanntermaßen stark variieren.

Dreidimensionale Bildgebungstechniken könnten nützlich sein, um zu verstehen, wie Drüsen- und Fettgewebe in der Brust verteilt sind. Diese Informationen könnten verwendet werden, um die Auswirkungen der Strahlendosis besser einzuschätzen, so Hernandez.

Aufs Gewebe kommt es an

Um festzustellen, wie das Drüsengewebe in der Brust verteilt ist, stellten Hernandez und Kollegen anhand von CT-Scans bei 219 Frauen ein Brust-Modell her. Die 219 Frauen entsprachen der Verteilung nach Alter, Brustgröße und -dichte sowie ethnischer Zugehörigkeit der durchschnittlichen weiblichen US-Bevölkerung.

Wenn die unterschiedlichen Arten der Brustgewebe in Betracht gezogen werden, ergibt sich eine Überschätzung der Mammografie-Strahlendosis von durchschnittlich 30 Prozent, fand die Gruppe.

Da die Strahlendosen deutlich geringer seien als angenommen, falle die Nutzen-Risiko-Abschätzung für das Mamma-Screening günstiger aus. Weitere Arbeiten zur optimierten Dosisabschätzungen seien nötig. (eb)

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