Ärzte Zeitung online, 28.10.2015

Brustkrebs

Neues Verfahren könnte Röntgen ergänzen

BONN. Die Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie um Professor Edgar Dahl von der Uniklinik RWTH Aachen entwickelt derzeit einen Bluttest, der bösartige Zellveränderungen schon in frühen Stadien einer Brustkrebs-Erkrankung erkennen soll.

Als minimal-invasive und nicht belastende Methode könnte dieser Test künftig die Mammographie ergänzen, teilt die Deutsche Krebshilfe mit. Ein weiterer Vorteil: Der Test ist sehr spezifisch, unterscheidet präzise zwischen gesundem und krankem Gewebe.

Studienleiter Dahl erläutert das Verfahren so: "Tumorzellen zeichnen sich dadurch aus, dass bestimmte Bereiche ihrer DNA durch chemische Anhängsel, sogenannte Methylgruppen, verändert sind. Jede Tumorart besitzt ein spezifisches Muster dieser Anhängsel, fachlich als Biomarker bezeichnet.

Sterben die Zellen ab, gelangt die verräterische Tumor-DNA in kleinsten Mengen ins Blut und kann dort mit hochsensitiven molekularen Analyseverfahren nachgewiesen werden. Wir sprechen dann auch von einer Liquid Biopsy oder Flüssigbiopsie."

Die ersten Studienergebnisse aus Blutproben von erkrankten und gesunden Probandinnen sind bereits sehr vielversprechend, heißt es in der Mitteilung. Doch bis Frauen flächendeckend von dem neuen Bluttest profitieren könnten, sei noch einiges an Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu leisten.

Ziel der Aachener Wissenschaftler ist es zunächst, die verwendeten Biomarker zu verbessern und ihren Nutzen an großen Probandengruppen zu testen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Aachener Projekt mit rund 335.000 Euro. Anlässlich des Brustkrebsmonats informiert die Deutsche Krebshilfe verstärkt über Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs.

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Rund 75.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu daran (Robert Koch-Institut 2014). Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 64 Jahren. Etwa 4900 aller Brustkrebserkrankungen pro Jahr können auf Veränderungen in den Genen zurückgeführt werden.

Frauen, auf die das zutrifft, sind jünger, wenn die Krankheit ausbricht, und / oder es sind mehrere Familienmitglieder betroffen. Zu den Risikofaktoren gehören Brustkrebserkrankungen in der Familie, Kinderlosigkeit, Mastopathie und die Hormon-Ersatz-Therapie. Auch Übergewicht, Bewegungsmangel, regelmäßiger Alkoholkonsum und Rauchen erhöhen das Risiko für Brustkrebs.

Mehr Informationen zum Thema Brustkrebs gibt es auf:www.krebshilfe.de

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