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Brustkrebs

Fördert Brustaufbau mit Eigenfett das Rückfallrisiko?

Wird die Brust nach einer Krebsoperation mit Eigenfett wieder aufgebaut, erhöht dies nicht das Rückfallrisiko. Eine einzige Ausnahme gibt es.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Eigenfett zur Brustrekonstruktion? Es gibt Befürchtungen, dass Stammzellen, die mit dem Fettgewebe übertragen werden, schlafende Tumorzellen wecken könnten.

Eigenfett zur Brustrekonstruktion? Es gibt Befürchtungen, dass Stammzellen, die mit dem Fettgewebe übertragen werden, schlafende Tumorzellen wecken könnten.

© detailblick / fotolia.com

HOUSTON. Für den Brustaufbau nach einer Mastektomie wird Eigenfett der Patientinnen selbst von plastischen Chirurgen nicht selten nur zögerlich verwendet. Der Grund dafür sind Bedenken, das körpereigene Fett könnte in onkologischer Hinsicht nicht sicher genug sein. Ein Team von Brustspezialisten um Steven Kronowitz vom University of Texas MD Anderson Cancer Center, Houston, hat untersucht, ob diese Bedenken berechtigt sind (Plast Reconstr Surg 2016; 137: 385).

Hierzu verglichen sie die Rezidivraten von Brustkrebspatientinnen, die einen Brustaufbau mit Eigenfett erhalten hatten (Lipofilling, 719 Fälle), mit den Raten bei Kontrollpatientinnen, die nach Entfernung eines Mammakarzinoms einen Aufbau ohne Eigenfett bekommen hatten (670 Fälle).

Alle Frauen hatten eine totale oder eine segmentale Mastektomie hinter sich. Mit in die Beobachtung einbezogen waren Frauen, die sich zur Reduktion ihres Krebsrisikos oder aufgrund benigner Erkrankungen einer Mastektomie unterzogen und danach einen Eigenfettaufbau hatten vornehmen lassen (305 Fälle). Die Nachbeobachtungszeiten in diesen drei Gruppen betrugen im Durchschnitt 60, 44 und 73 Monate.

Keine Differenz signifikant

Lokoregionäre Rezidive entwickelten 1,3 Prozent der Krebspatientinnen nach Eigenfettaufbau und 2,4 Prozent jener ohne Eigenfettaufbau. Die kumulativen Fünf-Jahres-Raten für lokoregionäre Rückfälle betrugen 1,6 Prozent und 4,1 Prozent. Metastasen traten bei 2,4 Prozent der Patientinnen nach Lipofilling und bei 3,6 Prozent der Kontrollen auf. Keine dieser Differenzen war statistisch signifikant.

 Von den Frauen ohne Krebserkrankung, die sich nach einer aus anderen Gründen vorgenommenen Mastektomie Brust oder Brüste mit Eigenfett hatten aufbauen lassen, erkrankte keine an einem Mammakarzinom.

Eine bedeutsame Differenz der Häufigkeit lokoregionärer Rückfälle war indessen bei Frauen festzustellen, die mit Hormonen behandelt wurden; dies betraf in beiden Gruppen von Krebspatientinnen etwa 60 Prozent der Frauen. Nach einem Brustaufbau mit Eigenfett betrug die Rezidivrate 1,4 Prozent, ohne Lipofilling 0,5 Prozent (p = 0,04).

Rückfallquoten niedrig

"Diese Ergebnisse bestätigen, dass nach einer Krebsoperation die Rekonstruktion der Brust mit Eigenfett onkologisch sicher ist", schreiben Kronowitz und Kollegen in ihrem Studienresümee. Zwar erhöhe eine Hormontherapie die Gefahr von lokoregionären Rezidiven nach Eigenfettaufbau. Die Rückfallquoten seien jedoch niedrig.

Die Vorbehalte dagegen, Eigenfett für den Brustaufbau nach einer Krebsoperation zu verwenden, beziehen sich unter anderem auf Stammzellen, die mit dem Fettgewebe übertragen werden. Befürchtet wird, diese Stammzellen könnten verbliebene schlafende Tumorzellen wecken oder sogar einen primären Brustkrebs induzieren.

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