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Brustkrebs

Regelmäßiges Screening - weniger fortgeschrittene Tumoren

Eine deutsche Studie zeigt: Bei wiederholter Teilnahme am Mammographie-Screening treten fortgeschrittene Mammakarzinome einschließlich Intervallkarzinome seltener auf als bei den Erstuntersuchungen.

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Eine Patientin wird mit einem digitalen Mammographie-Gerät untersucht.

Eine Patientin wird mit einem digitalen Mammographie-Gerät untersucht.

© Stephanie Pilick / dpa

BERLIN. Die Inzidenz fortgeschrittener Brustkrebsstadien ist ein wichtiger Surrogatparameter für die zu erwartende Brustkrebsmortalität.

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt im Sinne des "Proof of Principle" anhand der 2-Jahresinzidenzen auf, dass durch wiederholte Teilnahme am Mammographie-Screening UICC (Union Internationale Contre le Cancer)-II- bis UICC-IV-Stadien einschließlich Intervallkarzinomen seltener auftreten als bei den Erstuntersuchungen (Fortschr Röntgenstr 2016; 188(01): 33-37).

Die Studie schließt 19.563 Erstuntersuchungen sowie 18.034 Folgeuntersuchungen einer Screening-Einheit im Zeitraum von Januar 2008 bis Dezember 2010 ein.

Erhoben wurden die im Screening diagnostizierten Brustkrebsstadien sowie erstmals die Stadien der Brusterkrankungen, die bei Screening-Teilnehmerinnen im folgenden 2-Jahreszeitraum im Intervall außerhalb des Screenings auftraten.

Die Daten stammen aus einem Abgleich der Screening-Daten mit den Daten des Epidemiologischen Krebsregisters Nordrhein-Westfalen, teilt die Kooperationsgemeinschaft Mammographie mit.

Inzidenz aller Stadien verringert

Die 2-Jahresinzidenzrate aller Stadien lag bei Frauen in der Folgeuntersuchung signifikant niedriger (0,85 Prozent; 8,5 von 1000 Frauen) als bei Frauen in der Erstuntersuchung (1,29 Prozent; 12,9 von 1000 Frauen), heißt es in der Mitteilung. Für die fortgeschrittenen Stadien zeigt sich nach Folgerundenteilnahme eine deutlich niedrigere 2-Jahresinzidenz (0,26 Prozent) als nach Erstrundenteilnahme (0,48 Prozent).

Bei Frauen zwischen 50 und 59 Jahren ist der Inzidenzunterschied geringer (0,21 Prozent versus 0,35 Prozent) als bei Frauen zwischen 60 und 69 Jahren (0,31 Prozent versus 0,70 Prozent).

Betrachtet man die Stadienverteilung getrennt für die im Screening entdeckten Karzinome und die Intervallkarzinome, bestätigt sich der günstigere Trend für die Folgeuntersuchungen: Der Anteil der fortgeschrittenen Stadien bei Ersteilnehmerinnen im Screening lag bei 0,17 Prozent, und für die Intervallkarzinome bei 0,33 Prozent, so die Kooperationsgemeinschaft Mammographie.

Bei den Folgeuntersuchungen sank der Anteil der UICC-II bis IV-Stadien der im Screening entdeckten Brustkrebserkrankungen auf 0,09 Prozent und für das nachfolgende 2-Jahresintervall auf 0,15 Prozent.

Fernmetastasen seltener

Unter den fortgeschrittenen Brustkrebserkrankungen war der Anteil ohne Fernmetastasierung bei den Folgeuntersuchungen (93,3 Prozent) höher als bei den Erstuntersuchungen (86,0 Prozent).

Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich der Mitteilung zufolge für die fortgeschrittenen Tumoren ohne Lymphknotenbefall (Folgeuntersuchungen: 40,0 Prozent / Erstuntersuchungen: 34,4 Prozent).

Die Intervallkarzinomrate für alle Stadien war unter den Teilnehmerinnen der Folgeuntersuchungen und bei den Ersteilnehmerinnen in etwa gleich hoch (0,20 Prozent versus 0,19 Prozent).

Die Studie weist Limitationen auf, so die die Kooperationsgemeinschaft. Zum einen stammen die Daten aus nur einer Screening-Einheit und sind somit nicht ohne Weiteres auf die Gesamtsituation in Deutschland übertragbar. Zum anderen waren in den Erstuntersuchungen die jüngeren Altersgruppen stärker vertreten, was sich auf die Brustkrebsentdeckungsrate auswirken kann.

Allerdings wäre bei jüngeren Frauen eine geringere Brustkrebsinzidenz als bei älteren Frauen zu erwarten.

"Unsere Analyse zeigt, dass das Mammographie-Screening den Anteil fortgeschrittener Krebsstadien senken kann. Das ist eine wichtige Bedingung, die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken", wird Professor Walter Heindel, einer der Studienautoren, in der Mitteilung zitiert. (eb)

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