Ärzte Zeitung, 22.04.2016

Befragung

Studie startet zu Brustkrebs bei Männern

BONN. Wissenschaftler um Professor Nicole Ernstmann von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) erforschen die medizinische und psychosoziale Situation von männlichen Brustkrebspatienten. Ziel ist eine Verbesserung der Behandlungsverfahren, wie das UKB mitteilt.

Brustkrebs ist die häufigste Tumorart bei Frauen, doch kommt er auch bei Männern vor - wenngleich viel seltener. Von etwa 70.000 Neubetroffenen jährlich erkranken daran rund 600 Männer.

"Es gibt bislang kaum Behandlungskonzepte, die auf Männer mit Brustkrebs zugeschnitten sind", wird Ernstmann, seit kurzem Leiterin der neuen Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am UKB, in der Mitteilung zitiert.

Zusammen mit der Uniklinik Köln, dem Brustzentrum des Klinikums der Universität München und dem Bereich Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) startet die Forschungsstelle am UKB nun das Projekt "N-MALE", mit dem die medizinischen und psychosozialen Bedürfnisse von männlichen Brustkrebspatienten untersucht werden sollen.

Das Akronym steht für "N" (englisch: Needs, Bedürfnisse) und "MALE" für männlich. Für das Projekt sollen männliche Brustkrebspatienten sowie Ärzte und Pflegekräfte nach ihren Erfahrungen mit der Erkrankung befragt werden. Das Projekt wird über 24 Monate von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Ziel ist es, aus den Erfahrungsberichten neue Behandlungsempfehlungen abzuleiten, die zu einer verbesserten Versorgung der männlichen Patienten führen.

Die Rekrutierung der Studienteilnehmer erfolgt über die Brustkrebszentren mit einer Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft und die Selbsthilfe, so Dr. Christoph Kowalski aus dem Bereich Zertifizierung der DKG. Interessenten, die teilnehmen möchten, können sich ab 1. Juni melden. (eb)

Mehr Infos und Anmeldungen per E-Mail an: sarah.halbach@ukb.uni-bonn.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »