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Mammografie

Krebsrisiko auch bei falschem Alarm erhöht

Auch wenn ein Mammografiebefund sich als falsch positiv entpuppt, kann nur beschränkt Entwarnung gegeben werden. Das Krebsrisiko ist höher als ohne Befund - besonders bei Verkalkungen.

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BARCELONA. Individuelle Screeningempfehlungen zur Brustkrebsfrüherkennung sollten auch vorausgegangene falsch positive Mammografiebefunde berücksichtigen. Dazu raten Ärzte um Xavier Castells vom Hospital del Mar Medical Research Institute in Barcelona.

Sie haben bei der retrospektiven Auswertung der Daten von mehr als einer halben Million Teilnehmerinnen am spanischen Mammografie-Screeningprogramm festgestellt, dass auch nach falschem Alarm von einem erhöhten Brustkrebsrisiko auszugehen ist (Radiology 2016; 000: 1-8).

Gefährdet erscheinen vor allem Frauen, bei denen Verkalkungen gefunden wurden. Noch höher ist das Risiko, wenn mindestens zwei falsch positive Befunde mit unterschiedlichen Merkmalen erhoben wurden. In diesen Fällen könnten nach Einschätzung der Forscher jährliche Nachuntersuchungen sinnvoll sein.

1,6 Millionen Screening-Mammografien ausgewertet

Ihre Analyse beruht auf über 1,6 Millionen Screening-Mammografien aus den Jahren 1994 bis 2010. Bei 445.125 Teilnehmerinnen (85,4 Prozent) waren ausschließlich negative Befunde erhoben worden, bei 76.075 (14,6 Prozent) war mindestens ein Befund falsch positiv ausgefallen.

Von ihnen hatten 5004 (1,1 Prozent) beziehungsweise 1443 (1,9 Prozent) bis Ende 2012 eine Brustkrebsdiagnose erhalten (darunter 12,9 bzw. 15,7 Prozent duktale In-situ-Karzinome).

Damit hatten Frauen mit falsch positivem Mammografieergebnis altersadjustiert ein um 84 Prozent höheres Risiko, später doch noch an Brustkrebs zu erkranken, als Frauen mit unauffälligem Mammogramm.

Die häufigsten Anomalien bei den falsch positiven Befunden waren Raumforderungen, Verkalkungen und Asymmetrien in der Dichte. Jedes dieser Merkmale war mit einem Anstieg der späteren Krebsrate verbunden.

Am höchsten war er bei Verkalkungen mit plus 173 Prozent bzw. 124 Prozent, je nachdem, ob der Kalk mit einer Raumforderung assoziiert war oder nicht. Massen oder Asymmetrien in der Dichte erhöhten das Krebsrisiko um 59 Prozent bzw. 58 Prozent.

Nach falsch positiven Ergebnissen wurden sowohl beim Screening als auch im Intervall häufiger Karzinome diagnostiziert. Die meisten dieser Karzinome (72,6 Prozent) betrafen die ipsilaterale Brust.

Bei 3292 Screeningteilnehmerinnen (4,1 Prozent) hatten zwei oder mehr falsch positive Befunde vorgelegen, die unterschiedliche mammografische Merkmale aufwiesen. Das spätere Krebsrisiko dieser Frauen war sogar neunmal so hoch wie das von Frauen mit negativem Ergebnis. (BS)

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