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Speiseröhren-Krebs: Kleiner Freispruch für Bier und Wein

MAILAND (dk). Alkohol erhöht das Krebsrisiko. Was für viele Tumorentitäten bewiesen ist, trifft auf das Adenokarzinom der unteren Speiseröhre und der Kardia offenbar nicht zu, so eine italienische Studie. Doch Vorsicht: Für andere Teile des Magen-Darm-Trakt gelten andere Gesetze.

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Ein Bier pro Tag lässt wohl zumindest die untere Speiseröhre kalt.

Ein Bier pro Tag lässt wohl zumindest die untere Speiseröhre kalt.

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Zu Adenokarzinom und Alkohol haben Forscher um Irene Tramacere vom Mario Negri Institut for Pharmacological Research in Mailand 20 Fallkontroll- sowie vier Kohortenstudien ausgewertet (Ann Oncol 2012; 23: 287).

Ergebnis: Ob Alkohol getrunken wurde oder nicht, auf die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen hatte das kaum Einfluss. Im Vergleich zu Abstinenzlern war das relative Risiko für Menschen, die Alkohol tranken, sogar etwas erniedrigt (0,96-fach).

Betrachtete man beide Tumorentitäten separat, so belief sich das Risiko der "Trinker" für das Adenokarzinom der unteren Speiseröhre auf das 0,87-Fache und das für die Kardia auf das 0,89-Fache.

Selbst wenn mehr als vier Gläser täglich getrunken wurden (etwa 0,3 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein mit 12,5 g Ethanol) - war das Risiko für ein Adenomkarzinom nicht signifikant erhöht (1,16-fach).

Alkohol gilt zwar als Ursache für die steigenden Zahlen von Speiseröhrenkrebs, so die Forscher. Nach Tierversuchen entspanne nämlich Alkohol den gastroösophagealen Sphinkter und begünstige so einen Reflux. Doch was sich plausibel anhört, ließ sich nicht beweisen.

Entwarnung sei aber nicht angebracht. Es müsse nun geklärt werden, ob Hochprozentiges ebenso unbedenklich sei wie Bier und Wein.

Für den übrigen Magen-Darm-Trakt und die Brust gelten dagegen andere Gesetze

Schon ein Glas Wein pro Abend erhöht das Risiko für Krebserkrankungen in Mundhöhle, Rachen und (oberer) Speiseröhre. Dieses Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse war unabhängig davon, ob die Patienten rauchten oder nicht.

Danach beginnt schon ab einem Glas (etwa 10 g) Alkohol pro Tag das Risiko für Krebserkrankungen in Mundhöhle, Rachen und Speiseröhre zu steigen. Um die Gefahr eines Mammakarzinoms zu erhöhen, genügen offenbar bereits drei bis sechs Gläschen Alkohol pro Woche.

Larynx, Kolon, Rektum und Pankreas sind alkoholresistenter, hier liegt die kritische Grenze bei vier Gläsern pro Tag.

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