Ärzte Zeitung, 21.06.2006

Lymphknoten-Check mit PET/CT bei Prostata-Ca

Radioaktiver Marker 11-C-Cholin erleichtert die Diagnostik / Mit MRT allein sind Lymphknoten nicht gut beurteilbar

BERLIN (gvg). Für das Staging bei Prostata-Karzinom leistet die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) gute Dienste. Wenn es aber um die Beurteilung der Lymphknoten geht, sollte zusätzlich eine PET/CT-Untersuchung erfolgen.

Für die Zusatzuntersuchung plädierte Dr. Heinz-Peter Schlemmer von der Uni Tübingen auf dem Röntgenkongreß in Berlin. "Um die lokale Tumorausbreitung zu beurteilen, liefert die endorektale MRT derzeit die besten Ergebnisse", so Schlemmer. Die Beurteilung der Lymphknoten bleibe aber eine große Herausforderung, denn hier schneide die MRT schlecht ab.

Um zu sehen, ob sich durch eine zusätzliche PET/CT-Untersuchung die Diagnosesicherheit erhöht, haben Schlemmer und seine Kollegen bei 42 Patienten mit Prostata-Ca beide Methoden miteinander verglichen. Viele Patienten hatten eine erneute Erhöhung des PSA-Werts nach einer Strahlentherapie. Die PET/CT wurde nicht, wie bei den meisten anderen Tumoren üblich, mit radioaktiv markierter Fluordeoxyglukose gemacht, sondern mit 11-C-Cholin. Die Substanz wird von den Tumorzellen in die Membranen aufgenommen.

Die Sensitivität für später histologisch gesicherte Lymphknotenmetastasen betrug mit MRT nur 53 Prozent, daß heißt, jeder zweite Befund war falsch negativ. Mit PET/CT gab es keine falsch-negativen Befunde (Sensitivität 100 Prozent). Allerdings: Die Spezifität betrug bei der PET/CT nur 66 Prozent - 34 Prozent der Befunde waren also falsch-positiv (Spezifität bei MRT: 88 Prozent).

Dennoch: Schlemmer hält die 11-C-Cholin-PET/CT derzeit für die Methode der Wahl zur Beurteilung von Lymphknotenmetastasen bei Prostatakrebs. Allerdings könnte die MRT künftig mit einem lymphogenen Kontrastmittel aus Nanopartikeln Boden gut machen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »