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Prostata-Ca

Androgenentzug bringt keine Zweittumoren

Ein Androgenentzug bei lokal begrenztem Prostatakarzinom erhöht nicht das Risiko für primäre Zweittumoren.

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Prostata-Ca im Schall.

Prostata-Ca im Schall.

© www.sonographiebilder.de

PASADENA. Männer mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom, die eine Therapie mit einem GnRH-Agonisten zum Androgenentzug erhalten, müssen offenbar nicht befürchten, an einem weiteren Primärtumor zu erkranken.

Eine retrospektive Studie konnte vor allem den 2010 beobachteten Zusammenhang mit der Entwicklung von Kolorektalkarzinomen unter der Hormontherapie nicht bestätigen.

Der Langzeiteffekt des Androgenentzugs ist bisher nicht eindeutig geklärt. Bisherige Studien haben einen Zusammenhang der Hormontherapie mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose, Knochenbrüche und kardiovaskuläre Erkrankungen zu Tage gefördert.

Auch gibt es Hinweise für eine erhöhte Anfälligkeit der so therapierten Männer für einen primären Zweittumor im Darm. Bekannt ist das erhöhte Risiko für Hyperinsulinämie, Diabetes mellitus und Adipositas.

Im Herbst 2010 hatten - ebenfalls US-amerikanische — Ärzte in einer Studie mit fast 110.000 Männern des SEER-Registers (Surveillance, Epidemiology, and End Results) einen Zusammenhang zwischen der Hormontherapie und der Entstehung eines kolorektalen Karzinoms festgestellt (J Natl Cancer Inst 2010; 102: 1760).

In der Studie stieg das Risiko für Darmkrebs mit der Dauer der Androgenentzugstherapie.

Um dem Zusammenhang mit Zweittumoren auf den Grund zu gehen, analysierten Wissenschaftler um Dr. Lauren P. Wallner von der gemeinnützigen Organisation Kaiser Permanente in Pasadena in Kalifornien SEER-Daten von Männern, bei denen zwischen 1998 und 2007 ein lokalisiertes Prostatakarzinom diagnostiziert worden war.

Das Follow-up endete 2009. Die Daten von insgesamt 24.034 Männern, die zum Zeitpunkt der Diagnose mindestens 18 Jahre alt waren, wurden in der retrospektiven Studie berücksichtigt (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2013; 22: 313).

Dosis-Wirkungsbeziehung unklar

Bei 1359 Männern (5,7 Prozent) mit lokal begrenztem Prostata-Ca entwickelten sich Zweittumoren, darunter 187 Kolorektalkarzinome, 178 Lungentumoren, 132 Blasentumoren und 76 Nierenkarzinome.

Die betroffenen Männer waren im Vergleich zu jenen, die ausschließlich ein Prostatakarzinom hatten, älter und hatten ein größeres Risiko für Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck.

Nach Berücksichtigung unter anderem von Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Jahr der Prostata-Ca-Diagnose, Tumorstadium, Gleason-Score und Radiotherapie konnten die Wissenschaftler beim Vergleich der Gruppe der Patienten mit Hormontherapie mit jenen ohne den Androgenentzug keinen statistisch signifikanten Unterschied feststellen.

Auch Diabetes und Adipositas hätten keinen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Zweittumor und Hormontherapie gehabt. Damit ließ sich der beobachtete Zusammenhang mit der Entwicklung eines Kolorektal-Ca in der Studie im Jahr 2010 nicht bestätigten.

Wallner und ihre Kollegen können allerdings nicht ausschließen, dass die Unterschiede zwischen den beiden Studien durch die Aufnahme jüngerer Patienten in die aktuelle Studie verursacht sind.

Unklar bleibt auch nach dieser Studie, ob vielleicht die Dosierung der Hormontherapie für die Entstehung von primären Zweittumoren von Bedeutung ist.

Außerdem gibt es noch keine Daten zu Patienten mit nicht mehr nur lokal begrenzten Tumoren, sondern mit einer fortgeschrittenen Erkrankung, sodass sich die Ergebnisse der Studie nicht verallgemeinern lassen. (ple)

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