Prostatabiopsie

Rektalabstrich deckt Resistenzen auf

Ein frühzeitiger Rektalabstrich im Vorfeld einer transrektalen Prostatabiopsie liefert verlässliche Informationen über das bakterielle Spektrum im Bereich der Entnahmestelle - vor allem im Hinblick auf Resistenzen - und erlaubt somit eine zielgerichtete Antibiotikaprophylaxe.

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IRVINE / KALIFORNIEN. Die transrektale ultraschallgesteuerte Prostatabiopsie (TRUSP) birgt immer ein gewisses Infektionsrisiko. Um Komplikationen wie Harnwegsinfektionen, Prostatitis oder Orchitis zu vermeiden, führt man daher routinemäßig vor dem Eingriff eine Antibiotikaprophylaxe, in der Regel mit Fluorchinolonen, durch.

Das Timing dieser Prophylaxe stellt den Arzt dabei vor ein Dilemma: Erfolgt diese erst kurz vor dem Eingriff, ist eine zielgerichtete Therapie ("targeted therapy"), die das Anlegen einer Bakterienkultur erfordert, nicht möglich.

Andererseits läuft man bei zu reichlich bemessenem Zeitabstand Gefahr, dass sich das Keim- und Resistenzspektrum verändert und es zu falsch positiven oder falsch negativen Kulturergebnissen kommt.

Rektalabstrich etwa zwei Wochen vor der Biopsie

Wie die Forscher um Michael A. Liss von der University of California jetzt zeigen konnten, scheint ein etwa zwei Wochen vor der Biopsie vorgenommener Rektalabstrich relativ verlässliche Ergebnisse im Hinblick auf Fluorchinolon-Resistenzen (FQ-R) zu liefern.

In der Studie der Amerikaner stimmten die Ergebnisse zu 93 Prozent mit einem Kontrollabstrich, der unmittelbar vor der Biopsie durchgeführt wurde, überein (Urology 2013; 82: 67-73).

Die Autoren hatten 108 Biopsiekandidaten rektale Abstriche entnommen und Kulturen angelegt. Zur Auswertung gelangten 58 Patienten, bei denen bakterielles Wachstum (E. coli) nachweisbar war und von denen man unmittelbar vor der Biopsie, im Schnitt nach zwei Wochen, erneut einen Abstrich gewinnen konnte.

Alle Patienten erhielten, beginnend mit dem Morgen der Biopsie, über drei Tage das Fluorchinolon Ciprofloxacin in einer Dosis von 500 mg alle zwölf Stunden. Das Studienprotokoll sah eine Evaluation im Abstand von 30 Tagen nach der Biopsie vor.

Zu diesem Zeitpunkt wurde anhand der Krankenakte überprüft, ob sich auf die Biopsie hin eine Infektion entwickelt hatte. Dies war laut Liss und Kollegen bei keinem der Teilnehmer der Fall.

Die Sensitivität lag bei 96 Prozent, die Spezifität bei 78 Prozent

Insgesamt waren die Ergebnisse der Abstriche bei 54 Kultur-Paaren konkordant. 47 dieser Paare waren FQ-R-negativ, hier lag also jeweils keine Resistenz gegenüber dem Antibiotikum vor, weitere sieben Kulturpaare zeigten übereinstimmend solche Resistenzen. Eine Diskordanz zwischen erstem und zweitem Ergebnis lag bei vier Paaren vor.

Bei zwei Patienten war jeweils das erste Ergebnis falsch positiv, bei zwei weiteren hatten sich Pseudomonas spp. gebildet. Die Sensitivität des Screenings selbst lag bei 95,5 Prozent, die Spezifität bei 77,8 Prozent.

Den FQ-R-Status zu bestimmen hat nicht nur den Vorteil, über eine zielgerichtete Antibiotikatherapie eine Infektion verhindern zu können, schreiben die Forscher. Damit lasse sich auch ein nutzloser Einsatz von Antibiotika reduzieren - und weitere Resistenzbildung limitieren.

Die amerikanische Fachgesellschaft American Urological Association empfiehlt eine Prophylaxe mit Fuorchinolonen in der First line über höchstens 24 Stunden. Ciprofloxacin erreicht seine Spitzenkonzentration in der Prostata nach ein bis drei Stunden und sollte daher idealerweise zwei Stunden vor dem Eingriff verabreicht werden.

Was in der Studie auffiel, war eine eindeutige Lernkurve bei der Qualität der Abstriche. Wie die Kommentatorin Stacy Loeb von der New York University betont, solle man bei der Abstrichentnahme darauf achten, dass man Stuhl "erwischt". Ein Kontrollagar ohne Antibiotikazusatz sei in jedem Falle hilfreich. (eo)

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