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Hypogonadismus

Hormonersatz auch nach Prostata-Ca sicher?

Eine Testosteron-Substitution scheint die Prognose nach einem Prostata-Ca nicht zu verschlechtern. In einer Registeranalyse gab es keine Hinweise auf eine erhöhte krebsbedingte Sterberate - ganz im Gegenteil.

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LOS ANGELES. Bei Männer mit Prostata-Ca ist eine Testosteron-Substitution tabu, da angenommen wird, dass Testosteron Wachstum und Progression des Tumors beschleunigen. Nach einer kurativen Therapie sieht die Lage jedoch anders aus: Hier gibt es bisher keine überzeugenden Daten, die ein erhöhtes Rezidiv-Risiko unter einer Testosteron-Ersatztherapie nahelegen.

Anhand einer großen Registeranalyse haben US-Urologen um Dr. Alan Kaplan von der Universität in Los Angeles nun geschaut, ob sich Hinweise auf ein erhöhtes Rezidivrisiko bei knapp 150.000 Männern finden lassen, bei denen zwischen 1992 und 2007 ein Prostata-Ca diagnostiziert wurde (J Sex Med 2014; online 21. Januar).

Von diesen Männern hatten knapp 1200 (0,8 Prozent) in den folgenden Jahren eine Testosteron-Substitution erhalten. Diese Männer hatten in der Regel besser differenzierte Tumoren und erhielten häufiger eine radikale Prostatektomie als Männer ohne spätere Hormonersatztherapie, auch waren sie jünger, besser gebildet und hatten ein höheres Einkommen.

Insgesamt war die Prognose der Krebserkrankung bei den Männern, die später eine Testosteron-Behandlung bekamen, also deutlich besser. So ist es auch wenig verwunderlich, dass bei diesen Männern sowohl die tumorbedingte Sterberate (0,7 versus 1,5 pro 100 Patientenjahre) als auch die Gesamtsterberate (5 versus 6,6 pro 100 Patientenjahre) deutlich niedriger war als bei Männern ohne Testosteron-Substitution.

Wurden nun Faktoren wie Alter, Tumorstadium, Bildung und Einkommen berücksichtigt, so waren die Gesamtsterberate (5,4 versus 6,9 pro 100 Patientenjahre) und die krebsbedingte Sterberate (0,9 versus 1,6) noch immer signifikant geringer als bei den Patienten ohne Testosteron-Behandlung.

Allerdings kam es bei den hormonbehandelten Patienten etwas häufiger zu einer Tumorprogression - sie benötigten öfter eine antiandrogene Behandlung. Dieser Unterschied war jedoch nicht signifikant.

Leitlinie rät zur Vorsicht

Die Urologen um Kaplan schließen daraus, dass eine Testosteron-Behandlung nicht mit einem erhöhten Risiko für Rezidive bei Männern mit Prostata-Ca einhergeht. Ganz im Gegenteil, Männer mit einer Hormonersatztherapie leben im Schnitt sogar länger.

Ob das mit der Therapie zusammenhängt, ist jedoch unklar. Bei Männern mit Hypogonadismus hat die Ersatztherapie eine ganze Reihe positiver Effekte, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität und der körperlichen Konstitution führen sich damit auch günstig auf die Lebenszeit auswirken könnten.

Ebenso plausibel ist jedoch, dass nicht alle Begleitfaktoren berücksichtigt wurden und letztlich nur eine hochselektierte Patientengruppe mit besonders guter Prognose die Ersatztherapie bekam. Die Frage, ob die Testosteron-Behandlung mehr nützt als schadet, lässt sich eben nur mithilfe prospektiver kontrollierter Studien beantworten.

Solange solche Daten nicht vorliegen, rät die interdisziplinäre S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur Vorsicht: Bei klinisch schwer symptomatischen Hypogonadismus-Patienten mit nachgewiesenem Testosteronmangel nach kurativer Therapie eines Prostatakarzinoms sollte die Substitution aber zumindest nicht kategorisch ausgeschlossen werden.

"Aufgrund der unzureichenden Evidenz bezüglich des Auftretens von Rezidiven unter der Therapie sowie bei fehlender Zulassung von Testosteron bei Patienten mit einem Prostatakarzinom soll jedoch auf eine ausführliche Aufklärung und eine engmaschige Überwachung besonders geachtet werden", heißt es in der Leitlinie. (mut)

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