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Vor längerer NSAR-Therapie lohnt sich die Jagd auf H. pylori

WIESBADEN (grue). Eine Dauertherapie mit NSAR erhöht das Risiko für Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm. Besonders gefährdet sind Patienten mit zusätzlicher H.-pylori-Infektion.

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Eine gefürchtete Komplikation bei Patienten unter Langzeittherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sind blutende Magenulzera. Auf ihr Konto gehen jährlich bis zu 2000 Todesfälle. Ein zusätzliches Risiko für Ulkusblutungen ist die H. pylori-Infektion, wie Professor Siegfried Wagner vom Klinikum Deggendorf beim Internistenkongreß in Wiesbaden bei einer Veranstaltung von Altana und Abbott gesagt hat. Ulkusgefährdet sind etwa ältere Patienten und solche, die NSAR plus niedrigdosiertes ASS einnehmen.

Wie können Risiko-Patienten vor Ulkus-Komplikationen geschützt werden? Wagner rät zur Primärprävention: Vor einer längeren NSAR-Therapie wird geklärt, ob der Patient eine Infektion mit Helicobacter pylori hat. Ist das der Fall, wird eine Eradikationstherapie gemacht. Dafür eignet sich eine Dreifachtherapie mit dem Protonenpumpenhemmer (PPI) Pantoprazol und den Antibiotika Amoxicillin und Clarithromycin, die von den Unternehmen in der ZacPac®-Kombinationspackung angeboten wird. Danach wird zum NSAR ein PPI als Magenschutz verordnet.

Bei Patienten, die unter NSAR ein peptisches Geschwür bekommen, wird anders vorgegangen: Die Ulkuskranken werden erst mit einem PPI behandelt und dann wird eradiziert. "Ein Geschwür heilt unter PPI-Therapie schneller ab, wenn der Magenkeim durch seine Säurebindung mithilft", sagte Wagner. Um weitere Magen-Darm-Komplikationen zu verhindern, sollte bei fortgesetzter NSAR-Therapie danach immer auch ein PPI eingenommen werden.

Bei sehr hohem Risiko für neue Geschwüre, etwa nach mehrfachem Ulkusrezidiv, wird das NSAR gegen ein magenverträglicheres Coxib getauscht. Aber auch dann sei eine PPI-Dauertherapie nötig, so Wagner.

Ein Sonderfall sind Patienten, die unter niedrigdosierter Acetylsalicylsäure ein Magengeschwür bekommen und eine Helicobacter-Infektion haben: Sie sind nach erfolgreicher Ulkus-Therapie und Helicobacter-Eradikation relativ gut vor neuen Geschwüren geschützt. Allerdings gibt eine PPI-Dauertherapie auch ihnen noch zusätzliche Sicherheit.

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