Ärzte Zeitung, 18.10.2004

Serotonin-Agonist lindert Reizdarm-Beschwerden

Wirkstoff Tegaserod für wiederholte Kurzzeit-Therapien geeignet / Studie mit Frauen mit Reizdarm und Obstipation

PRAG (grue). Bei Frauen mit Reizdarm und Obstipation hat der Serotonin-Rezeptoragonist Tegaserod in einer kontrollierten Studie signifikant besser abgeschnitten als Placebo. Die Substanz ist danach auch für wiederholte Kurzzeit-Therapien geeignet. Nach Auskunft des Unternehmens Novartis soll jetzt die EU-Zulassung beantragt werden.

An der Placebo-kontrollierten Studie ZENSAA (Zelnorm in Europe, North and South America and Africa) haben 2660 Frauen unter 65 Jahren teilgenommen. Alle hatten Reizdarm-Beschwerden mit dem Hauptsymptom Obstipation. Die Patientinnen erhielten für vier Wochen zweimal täglich 6 mg Tegaserod oder Placebo. War die Behandlung effektiv, kamen die Beschwerden aber in der folgenden therapiefreien, zwölfwöchigen Phase wieder, folgte ein zweiter, verblindeter Therapiezyklus.

Wie Professor Jan Tack aus Leuven in Belgien bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Prag berichtet hat, verringerten sich mit Tegaserod im ersten Therapiezyklus die Reizdarm-Beschwerden bei 34 Prozent signifikant: Sie hatten in dieser Phase mindestens drei Wochen lang kaum Darmprobleme.

Mit Placebo war das nur bei 24 Prozent der Fall, ein signifikanter Unterschied. Noch effektiver sei das Medikament im zweiten Therapiezyklus gewesen, sagte Tack. Fast die Hälfte der Frauen erzielte hier die deutliche Verminderung der Beschwerden in drei von vier Wochen. Mit Placebo traf das nur bei 29 Prozent Frauen zu.

Der Serotonin-Rezeptoragonist habe auch die Blähungen und Bauchschmerzen ab der ersten Therapiewoche signifikant effektiver als Placebo gelindert, sagte Tack. Unerwünschte Wirkungen seien mit Ausnahme von Durchfällen nicht gehäuft vorgekommen. Die Diarrhöen verringerten sich meist in der ersten Therapiewoche. Sie führten bei weniger als einem Prozent zum Therapieabbruch. Keine Frau habe eine ischämische Kolitis bekommen.

Tegaserod ist in den USA und Australien zur Therapie von Frauen mit Reizdarm zugelassen, wenn dabei hauptsächlich Verstopfung auftritt. Auch in der Schweiz ist das Mittel erhältlich.

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