Ohne Keim hält Lymphomremission lange an

BERLIN (gvg). Mit einer Therapie zur Eradikation des Magen-Bakteriums Helicobacter pylori kann bei etwa 80 Prozent aller Patienten mit niedrigmalignen MALT-Lymphomen des Magens im Frühstadium eine Remission erreicht werden. Dieser Therapie-Effekt ist oft von Dauer, wie aktuelle Langzeitdaten belegen.

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"Wir haben 95 Patienten mit gastralen MALT-Lymphomen nach einer Eradikationstherapie im Mittel 50 Monate lang nachbeobachtet", hat Professor Wolfgang Fischbach vom Klinikum Aschaffenburg bei der von der Falk Foundation unterstützten Gastroenterologie-Woche in Freiburg berichtet.

65 Prozent dieser Patienten hätten auch gut vier Jahre nach der Eradikation von Helicobacter pylori noch eine komplette, histologische Remission gehabt. Bei weiteren 16 Prozent sei eine minimale Resterkrankung (MRD, minimal residual disease) festgestellt worden. Das bedeutet, es befanden sich noch Infiltrate in histologischen Proben, von denen mindestens acht entnommen und untersucht werden müssen. "Das ist ein exzellentes Ergebnis", so Fischbach.

MALT steht für "mucosa-associated lymphoid tissue", also Mukosa-assoziiertes lymphatisches Gewebe. Die Theorie zur Entstehung von niedrigmalignen MALT-Lymphomen besagt, daß Antigene des Bakteriums Helicobacter pylori die Tumorproliferation in der Frühphase steuern, bevor sich der Tumor dann von bakteriellen Stimuli abkoppelt und selbständig weiterwuchert.

Auch einige hochmaligne Lymphome des Magens scheinen dieser Sequenz zu folgen. Ob deswegen eine Eradikation von Helicobacter pylori auch bei einem Teil der Patienten mit hochmalignen MALT-Lymphomen Erfolg versprechen könnte, wird derzeit untersucht. In den meisten Fällen nimmt die Erkrankung ihren Ausgang von einer Infektion mit Helicobacter pylori, seltener sind hier Infektionen mit Helicobacter Heilmannii oder mit dem Zytomegalie-Virus.

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