Ärzte Zeitung, 02.12.2004

HELICOBACTER PYLORI

Jeder zweite Mensch auf der Welt ist mit Helicobacter infiziert

Wann ist nach Konsensempfehlungen eine Eradikation des Magenkeims Helicobacter pylori (Hp) indiziert? Das ist nicht nur bei Magen- und Duodenalulzera der Fall, sondern etwa auch, wenn Infizierte Eltern oder Geschwister haben, die an einem Magenkarzinom erkrankt sind. Welche Hp-Eradikationstherapie wird heute empfohlen?

Audiovisuelle Fortbildung mit "Ärzte Zeitung Online" und QÄF!

Jeder Vertragsarzt muß bis Mitte 2009 insgesamt 250 CME-Punkte sammeln. "Ärzte Zeitung Online" und QÄF, der Verein Qualitätsgesicherte Ärztliche Fortbildung, bieten eine Internet-Plattform zur audio-visuellen Fortbildung an.

Mehr Infos zur Fortbildung
finden Sie hier 

Muß man Patienten immer zu einer Gastroskopie schicken, wenn man wissen will, ob ihre dyspeptischen Beschwerden durch Hp verursacht werden? Nein, sagt Dr. Ulrich Peitz von der Universität Magdeburg in seinem sehr informativen Vortrag. Zum Beispiel reicht bei jungen Menschen, bei denen klinisch kein Verdacht auf ein Ulkus besteht und die kein erhöhtes Karzinomrisiko haben, etwa aufgrund einer positiven Familienanamnese, ein nicht-invasiver Hp-Atem- oder ein Stuhltest aus.

Mit Hp infiziert man sich fast immer in der Kindheit, und die Infektion persistiert lebenslang. Ausnahme ist die atrophische Gastritis mit Achlorhydrie. In diesem Fall ist es dem Magenkeim nicht sauer genug, um zu überleben. Diese Säureabhängigkeit von Hp macht man sich in bei der Eradikation zunutze, erklärt Peitz.

Nach der Konsensuskonferenz von Spezialisten im Jahr 2000 in Maastricht sind außer Magen- und Duodenalulzera auch Malt-Lymphome eine strenge Indikation zur Eradikation von Hp. Denn: 60 Prozent der Patienten, die sowohl Hp als auch ein Malt-Lymphom haben, das nur in der Magenmukosa wächst, können allein durch die erfolgreiche Eradikation von dem Lymphom geheilt werden!

Auch nach Magenresektionen wegen eines Magenkarzinoms ist eine Hp-Eradikation indiziert. Empfohlen wird eine Eradikation unter anderen auch vor einer Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika oder vor einer Langzeittherapie mit Protonenpumpen-Hemmern (PPI).

Und wie wird nun am besten eradiziert? Erste Wahl ist die Triple-Therapie mit Clarithromycin, Amoxicillin und einem PPI, jeweils zweimal täglich. Ganz wichtig.: Der PPI muß ausreichend hoch dosiert sein. Denn die Wirksamkeit der beiden Antibiotika hängt stark von ausreichender Säurehemmung ab. Deshalb können PPI auch nicht durch H2-Blocker ersetzt werden, wie Peitz betont.

Wie die Triple-Therapie richtig dosiert wird, welche Alternativen es bei Therapieversagen gibt und wie lange PPI nach Eradikation noch eingenommen werden sollten, erklärt Peitz im Vortrag. (gwa)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, finden Sie nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online-Kurse" - "Infektiologie" - "Helicobacter pylori".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »