Ärzte Zeitung, 13.12.2004

Endoskop-Wurm soll durch den Darm robben

BRÜSSEL (ddp). In Zukunft sollen sich die Endoskope bei Darmspiegelungen selbstständig durch den Darm bewegen: Ein internationales Forscherteam entwickelt Miniroboter nach dem Vorbild von Borstenwürmern, die sich mithilfe von Schlängelbewegungen und kleinen seitlichen Paddeln fortbewegen können.

So könnten die häufig schmerzhaften Darmuntersuchungen angenehmer werden, hoffen die Wissenschaftler. Über das Projekt berichtet die Informationsgesellschaft für Technologie IST der Europäischen Kommission in Brüssel.

Die Forscher um Paolo Dario von der Hochschule in Pisa suchen nach einem Vorbild aus der Natur, das sich in wässrigen, unstrukturierten Umgebungen fortbewegen kann. Ihre Wahl fiel auf die Tausendfüßler-ähnlichen Borstenwürmer, die im Meer leben und mit Leichtigkeit durch sandigen und lehmigen Untergrund schwimmen können.

Aufgrund ihrer an jedem Segment befestigten Borsten haben sie dabei eine größere Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten als andere Würmer: Sie können bei geradem Körper ausschließlich ihre Beinchen bewegen, sich ohne Borstenbeteiligung winden oder sich schlängeln und gleichzeitig die Borsten benutzen.

Nach diesem Prinzip haben die Forscher bereits einige mehrgliedrige Prototypen gebaut, die diese Bewegungen nachahmen können. Bis zur Entwicklung eines Endoskops ist der Weg aber noch weit. So muß zum Beispiel noch eine Möglichkeit gefunden werden, daß sich die mechanischen Würmer an der Darmwand festhalten können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »