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Spulwurm blockierte den Gallengang

OFFENBURG (mal). Bauchschmerzen und Erbrechen - kaum ein Kollege wird hier gleich daran denken, daß diese Beschwerden durch Spulwürmer bedingt sein könnten.

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Ein Team um Professor Friedrich W. Hirsch vom Klinikum Offenburg berichtet jetzt von einer 63jährigen Patientin, die mit Erbrechen und Bauchschmerzen stationär aufgenommen wurde. Etwa ein Jahr zuvor hatte sie sich wegen Gallenkoliken einer Papillotomie und laparoskopischen Cholecystektomie unterzogen.

Die Laboruntersuchungen ergaben jetzt erhöhte Leber-Enzym-Werte (AP 560 U/l, Gamma-GT 230 U/l, LDH 399U/l, Bilirubin 1,2 mg/dl oder 20,5 µmol/l). Im Ultraschallbild seien die intrahepatischen Gallengänge nicht wesentlich erweitert gewesen, so die Offenburger Kollegen, die ihre Kasuistik im "New England Journal of Medicine" (325, 2005, e4) vorgestellt haben. Das Lumen jedoch war mit einem schlammartigen Material (Sludge) gefüllt.

Bei der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatographie (ERCP) wurde eine 10 cm lange wurmähnliche Struktur entdeckt, der aus der Papille ragte. Es gelang, einen Wurm - es war ein Spulwurm - endoskopisch zu entfernen.

Drei Tage später konnte die Patientin beschwerdefrei entlassen werden. Die erhöhten Leber-Werte waren deutlich gesunken.

Obstruktionen der Gallenwege sind eine wichtige Komplikation des Spulwurm-Befalls, erinnern die Kollegen. Die Parasiten werden meist über mit Wurmeier verunreinigte Lebensmittel übertragen. Während seines Entwicklungszyklus hält sich der Parasit im Dünndarm (Larvenstadium 1 und 2), Leber (Larvenstadium 3), Herz und Lunge (Larvenstadium 4), Luftröhre, Kehlkopf - und dann wieder in Speiseröhre und Dünndarm (adulter Spulwurm) auf.

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