Direkt zum Inhaltsbereich

Therapie gegen H. pylori ist gute Krebsprävention

WIESBADEN (grue). Mit dem Magenkeim Helicobacter pylori infiziert zu sein, ist der größte Risikofaktor für ein Nicht-Kardia-Magenkarzinom. Die medikamentöse Eradikation der Bakterien ist deshalb eine effektive Maßnahme zum Schutz vor Magenkrebs.

Veröffentlicht:

So wird es in den noch nicht publizierten Maastricht-Konsensus-Leitlinien 2005 zur Eradikationstherapie stehen, über die Privatdozent Dr. Michael Vieth aus Bayreuth bei einer Veranstaltung des Unternehmens Altana beim Internistenkongreß in Wiesbaden berichtet hat. "Sieben von zehn Magenkrebs-Erkrankungen werden durch H. pylori verursacht", sagte der Pathologe.

Vieth erinnerte an eine japanische Studie, in der fast drei Prozent von 1246 H. pylori-positiven Patienten nach acht Jahren ein Magenkarzinom entwickelt hatten, aber keiner von 280 H. pylori-negativen Patienten (NEJM 345, 2001, 784). Am höchsten war das Krebsrisiko für H. pylori-Infizierte mit korpus-dominanter Gastritis oder intestinaler Metaplasie.

"Der Magenkeim muß aber möglichst früh eradiziert werden, damit die Chemoprävention funktioniert", sagte Vieth. Er begründete das mit dem Hinweis auf eine weitere prospektive Studie.

Darin wurde bei jeweils über 800 H. pylori-infizierten Patienten nach Eradikations- oder nach Placebo-Therapie die Rate von Magenkrebs-Erkrankungen innerhalb von 7,5 Jahren untersucht (JAMA 291, 2004, 187). Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war nach dieser Zeitspanne statistisch jedoch nicht signifikant.

   Pro Jahr 20 000 Neu-Infizierte in Deutschland.
   

Für die jeweils etwa 500 Patienten ohne präkanzeröse Läsionen zu Studienbeginn, ein sekundärer Endpunkt, stellten die Forscher aber fest, daß die Eradikationstherapie signifikant vor Magenkrebs schützte: Hier hatte kein Patient mit Eradikationstherapie Magenkrebs bekommen, mit Placebo war das jedoch bei sechs Personen der Fall (JAMA 291, 2004, 187). "Dies unterstreicht, daß eine Eradikation nötig ist, solange noch keine intestinalen Metaplasien da sind", sagte Vieth.

In Deutschland infizieren sich nach Angaben des Pathologen jährlich geschätzte 20 000 Menschen neu mit H. pylori. Eine Eradikation wird unter anderem empfohlen, wenn eine atrophische Gastritis besteht oder wenn Magenkrebs in der Familie vorgekommen ist. Mit einer Kombination aus Protonenpumpenhemmer (PPI) und zwei Antibiotika verschwinden die Magenkeime innerhalb von sieben Tagen.

Eine gute Compliance macht dabei die Therapie mit ZacPac® möglich. Darin sind der PPI Pantoprazol und die beiden Antibiotika Clarithromycin und Amoxicillin in sieben zweigeteilten Tagesblistern mit je einer Morgen- und Abenddosis enthalten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Ein Mann mit COPDhustet, und fasst sich an die Bust.

© brizmaker / stock.adobe.com

Neudefinition mit praktischen Konsequenzen

COPD: Schon ab einer moderaten Exazerbation in Gruppe E!