Ärzte Zeitung, 25.07.2006

KOMMENTAR

Was geht’s Patienten in Deutschland gut!

Von Gabriele Wagner

Zwei wichtige Erkenntnisse liefert eine aktuelle Praxisstudie aus Großbritannien mit knapp 250 Patienten über 45: Zumindest ab diesem Alter sollte bei neu aufgetretenen rektalen Blutungen unbedingt der gesamte Dickdarm untersucht werden. Denn jeder zehnte Betroffene hatte Polypen oder Krebs. Und: In Deutschland ist die Untersuchungsqualität ungleich besser als in Großbritannien.

Die britische Studie ist wichtig, weil die Ergebnisse klar machen, daß man sich bei peranalen Blutungen niemals mit der Diagnose Hämorrhoidal-Blutung zufrieden geben sollte. Eben weil nicht selten ein Adenom oder Karzinom die eigentliche Blutungsursache ist. "Jede peranale Blutung ist eine Indikation zur totalen Koloskopie", sagt Professor Jürgen F. Riemann aus Ludwigshafen.

Darum ist es aus deutscher Sicht auch erschreckend, wie die Patienten in Großbritannien untersucht worden sind: Mit Sigmoidoskopie und Kolonkontrast-Einläufen. Das ist in Deutschland zur Darmkrebs-Abklärung obsolet. Und deshalb kann man einmal voller Überzeugung sagen: Was geht es uns gut! Allen Patienten mit Darmproblemen kann die beste Untersuchungsmethode angeboten werden - ohne monatelange Wartezeiten.

Lesen Sie dazu auch:
"Jede peranale Blutung ist eine Indikation zur Koloskopie"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »