Direkt zum Inhaltsbereich

Meteorismus - Beckenboden kann Schuld sein

BERLIN (gvg). Patienten mit Meteorismus haben meist funktionelle Darmbeschwerden. Mitunter kann sich aber auch ein zu loser Beckenboden auf diese Weise bemerkbar machen.

Veröffentlicht:

"Es gibt einige Anti-Symptome, die einen Arzt dazu bringen sollten, eher an organische als an funktionelle Beschwerden zu denken", sagte Professor Reinhard Büchsel von den DRK-Kliniken Westend in Berlin. Dazu gehören außer Blutbeimengungen im Stuhl eine kurze Vorgeschichte der Beschwerden, Gewichtsverlust sowie fehlende Abhängigkeit der Symptome von subjektiv empfundenen Stressepisoden. Hier sollte an die Möglichkeit eines Darmtumors gedacht und die Beschwerden sollten endoskopisch abgeklärt werden.

Ebenfalls aufhorchen lassen sollten ungewöhnlich beschriebene Symptome: "Das Gefühl, sich beim Toilettengang nicht vollständig entleeren zu können, gehört in diese Kategorie", so Büchsel. Dies könne gerade bei Frauen an das Syndrom des losen Beckenbodens (descending perineum syndrome, DPS) denken lassen. Es handelt sich um eine Form der Beckenbodeninsuffizienz.

Hierbei senkt sich der Beckenboden beim Pressen zu stark ab, und zwar um fünf Zentimeter oder mehr. Dies führt dazu, dass das Sigma bei der Defäkation abknickt. Der Darm kann sich dann tatsächlich nicht vollständig entleeren.

Diagnostizieren lässt sich das Problem am besten mit einer Defäkographie. Dabei wird im Anschluss an ein Klysma ein Einlauf gemacht. Dieser wird dann per MRT verfolgt. Knickt das Sigma ab, wenn der Einlauf die kritische Stelle erreicht, ist die Diagnose gestellt. Therapeutisch kommen zum Beispiel Beckenbodengymnastik, anticholinerge Medikamente oder operative Eingriffe infrage.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt